Abfindungen helfen Erbschaftsteuer sparen

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[ 12.07.2010 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Die Abfindung für eine Erbausschlagung kann als Steuersparmodell eingesetzt werden.

Beispiel: Die Ehefrau ist Alleinerbin. Der Nachlass hat einen steuerpflichtigen Wert von 900.000 Euro. Die Ehefrau hat einen Freibetrag von nur 500.000 Euro, müsste also für 400.000 Euro Erbschaftsteuer zahlen. Schlägt die Ehefrau die Erbschaft gegen eine Abfindung von 500.000 Euro aus und geht diese infolge der Ausschlagung auf den Sohn des Erblassers, fällt keine Erbschaftsteuer an. Der Sohn erbt 900.000 minus 500.000 Abfindung, also 400.000 Euro, was genaus seinem Freibetrag bei der Erbschaftsteuer entspricht. Die Ehefrau erhält 500.000 Euro, was exakt ihrem persönlichen Freibetrag entspricht.

Als vom Erblasser zugewendet gilt die Zahlung einer Abfindung

– für den Verzicht auf entstandenen Pflichtteilsanspruch

– für die Ausschlagung einer Erbschaft

– für die Ausschlagung eines Erbersatzanspruchs

– für die Ausschlagung eines Vermächtnisses

– für die Zurückweisung eines Rechts aus einem Vertrag des Erblassers zugunsten Dritter auf den Todesfall

– anstelle eines ausgeschlagenen oder zurückgewiesenen Erwerbs nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 oder  3 ErbStG (z.B. einer Schenkung auf den Todesfall).

Erfolgt die Auszahlung der Abfindung vor dem Tod des Erblassers, ist sie eine Schenkung unter Lebenden, z.B.

– Abfindung für Aufhebung eines Erbvertrages

– Abfindung für Erb- oder Pflichtteilsverzicht

Für Experten: §§ 3 II Nr. 4, 7 I Nr. 5 ErbStG

Gleiches gilt für die Abfindung für eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft, wenn der zunächst zum Nachlass gehörende Gesellschaftsanteil z.B. aufgrund einer statuarischen Nachfolgeklausel vom Erben abgetreten werden muss oder auf Verlangen der Gesellschafter eingezogen wird. Dann ersetzt die Abfindung den Gesellschaftsanteil. Liegt eine Minderabfindung vor und sind die Erben bereits zur Erbschaftsteuer veranlagt, können sie eine entsprechende Berichtigung der Steuerfestsetzung gem. § 6 II ErbStG i.V.m. § 5 II BewG verlangen.

 

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