Abwesenheitspfleger – Wenn keiner da ist

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Abwesenheitspfleger – Wenn keiner da ist. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Abwesenheitspfleger – Wenn keiner da ist

Ist der Aufenthalt eines Volljährigen unbekannt, erhält er für seine Vermögensangelegenheiten einen Abwesenheitspfleger.

Zuständig für die Bestellung eines Abwesenheitspflegers ist das Vormundschaftsgericht. Im Erbrecht ist vor allem der Fall bedeutsam,  dass ein Erbe unbekannten Aufenthalts ist. Der Abwesenheitspfleger kann für den abwesenden Erben die Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft erklären. Der Abwesenheitspfleger ist gesetzlicher Vertreter des Abwesenden und kann als solcher auch die Todeserklärung des Verschwundenen oder Verschollenen nach dem Verschollenheitsgesetz beantragen. Die Abwesenheitspflegschaft endet kraft Gesetzes mit der Todeserklärung des Abwesenden. Die Abwesenheitspflegschaft ist auch dann wirksam, wenn der Abwesende bereits verstorben war, als sie angeordnet wurde. Der Abwesenheitspfleger hat dann die Stellung eines Nachlasspflegers. Zur Abgrenzung: Bei der Abwesenheitspflegschaft ist die Erbrechtslage klar (nur der Erbe ist abwesend), bei der Nachlasspflegschaft ist die Erbrechtslage hingegen unklar.

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