Adoptivkinder werden bei der Erbschaftsteuer wie eheliche Kinder behandelt

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[ 12.07.2010 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Adoptivkinder haben mit der Annahme an Kindes statt grundsätzlich die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes. Zu unterscheiden ist zwischen der Minderjährigenadoption und der Volljährigenadoption:

Minderjährigenadoption
Bei der Annahme eines minderjährigen Kindes wird ein neues Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Angenommenen und seinen Abkömmlingen und allen Mitgliedern der neuen Familie begründet. Das Verwandtschaftsverhältnis zu den bisherigen Verwandten erlischt einschließlich der sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten. Erbrechtlich führt die Adoption eines minderjährigen Kindes dazu, dass das angenommene Kind nur noch gegenüber den neuen Eltern erb- oder pflichtteilsberechtigt ist. Es gilt Steuerklasse I. Wird ein solches Kind gleichwohl von seinen leiblichen Eltern testamentarisch zum Erben eingesetzt, gilt zugunsten des Kindes ebenfalls Steuerklasse I.

Volljährigenadoption
Auch Volljährige können als Kind angenommen werden, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist, weil ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht. Eine Volladoption ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Adoption führt grundsätzlich nicht zu einer Verwandtschaft zwischen dem Angenommenen und den Verwandten des Annehmenden. Es bleiben die bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse bestehen.

Erbschaftsteuer
Wer als Kind adoptiert wird, hat den persönlichen Steuerfreibetrag von 400.000 Euro, der nach Ablauf von zehn Jahren sofort wieder neu ausgenutzt werden kann. Zu beachten ist, dass mit der Adoption zwar die zivilrechtliche Verwandtschaft zu den leiblichen Eltern erlöschen kann, dass dies aber nicht für die Erbschaftsteuer gilt: hier gelten die alten Beziehungen zur frühern Verwandtschaft weiter (§ 15 Abs. 1a ErbStG).

Für Experten: § 15 I, I a ErbStG

 

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