Aktien als Steuerfalle

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Aktien als Steuerfalle. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Aktien als Steuerfalle

Im Erbschaftsteuerrecht gilt das strenge Stichtagsprinzip – mit manchmal schlimmen Folgen.

Beispiel:

O hatte in den neuen Markt investiert. Bei seinem Tod im Jahr 2002 hatte das Depot einen Wert von 800.000 €. Einige Monate später, als seine Erben, die Enkel A und B, endlich den Erbschein in Händen hielten und über das Depot verfügen konnten, war der Wert auf 40.000 € abgestürzt.
Dies ändert aber nichts daran, dass das Finanzamt für die Berechnung der Erbschaftsteuer den Wert am Todestag zugrunde legt, also für jeden Enkel 300.000 €, macht nach Abzug des Freibetrags für Enkel von jeweils 200.000 € je Enkel einen steuerpflichtigen Erwerb von 200.000 €, hierauf 11% Erbschaftsteuer ergibt 22.000 €. Jeder Enkelsohn muss also mehr an Steuern zahlen als er noch an Wert in Händen hält.

Was kann man tun?

1. Wer Aktiendepots in größerem Umfang hat, sollte eine Vollmacht  errichten, mit der der Erbe oder die Erben nach seinem Tod sofort handeln können und beispielsweise Wertpapiere verkaufen können, um einen Kursverfall in Grenzen zu halten. Wer einen Missbrauch der Vollmacht fürchtet, kann die Vollmacht auch als sogenannte postmortale Vollmacht errichten; dann wird sie erst mit dem Tod wirksam. Der Vorteil: Die Erben müssen nicht auf den Erbschein warten, dessen Erteilung manchmal Monate dauert.

2. Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, sollten die Erben im Extremfall prüfen, ob sie das Erbe ausschlagen können (Frist in der  Regel hierzu allerdings nur sechs Wochen) oder einen
Erlassantrag bei der Finanzverwaltung stellen (Urteil des Finanzgerichts Berlin vom 10.10.1989 Az: V 37/89, abgedruckt in EFG 1990 S.323). Allerdings ist die Finanzverwaltung sehr knauserig. Mit einem (wenigstens teilweisen) Erlass der Steuer kann man in der Regel nur rechnen, wenn man darlegen kann, dass man als Erbe (wie im Beispielsfall) gar keine Chance hatte, den Kursverfall zu verhindern.

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zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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