Auch ein falscher Erbschein gilt

Auch ein falscher Erbschein gilt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Auch ein falscher Erbschein gilt

Frage: Ich habe ein Haus aus einer Erbschaft gekauft. Der Verkäufer hatte alles von seinem Vater geerbt. Er war Alleinerbe und auch als solcher in einem Erbschein ausgewiesen. Jetzt ist ein Testament aufgetaucht, dass der Verkäufer gar nicht der Erbe ist. Muss ich jetzt um mein Haus fürchten?

Antwort: Nein, keine Sorge. Es wird vom Gesetz vermutet, dass der Inhalt eines Erbscheins richtig ist. Und Sie durften als Käufer auf die Richtigkeit des Erbscheins vertrauen. Sie dürfen das Haus also behalten, auch gegenüber den neuen bzw. richtigen Erben. Nur wenn Sie beim Hauskauf gewusst hätten, dass der Erbschein falsch ist, hätten Sie ein Problem.

Tipp: Wegen des Vertrauensschutzes ist es immer sinnvoll, sich einen Erbschein vorlegen zu lassen. Das ist auch besser als ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll. Da gibt es keinen öffentlichen Glauben. Der Satz, das notarielle Testament ersetze den Erbschein ist also in dieser Pauschalität schlichtweg falsch.

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