Auskunft des Bevollmächtigten über Bankkonten der Erbschaft

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[ 07.11.2013 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Frage:

Wir sind drei Geschwister – zwei Töcther und ein Sohn – und haben zu je 1/3 unsere Mutter beerbt, die 2010 verstorben ist. Unsere Mutter hatte Bankkonten, für die unser Bruder Vollmacht besaß. Inwieweit er von der Bankvollmacht Gebrauch gemacht
hat, ist streitig. Ich meine, es seien zusätzliche Gelder vorhanden
gewesen und unser Bruder habe aufgrund seiner Vollmacht mir nicht bekannte Dispositionen über das Vermögen unserer Mutter getroffen. Ich will von meinem Bruder Auskunft  über das Geldvermögen des Nachlasses. Muss mir mein Bruder Auskunft geben?

Antwort:

Zunächst ist festzuhalten, dass ein allgemeiner Auskunftsanspruch unter Miterben nicht besteht. Hierfür genügt insbesondere nicht, dass Sie mit der Auskunft unter anschließender Inanspruchnahme Ihres Bruders die Teilungsmasse der Erbengemeinschaft vergrößern wollen.

Es kann der Erbengemeinschaft aber ein Auskunftsanspruch nach § 2039 i.V.m. § 666 BGB zustehen, den Sie geltend machen können.

§ 666 BGB Auskunfts- und Rechenschaftspflicht
   Der Beauftragte ist verpflichtet, dem Auftraggeber die erforderlichen Nachrichten zu geben, auf Verlangen über den Stand des Geschäfts Auskunft zu erteilen und nach der Ausführung des Auftrags Rechenschaft abzulegen.

Quelle und Vertiefungshinweis: OLG Koblenz vom 20. 8. 2012, 5 U 821/1252 in ZEV 2013, 453.

 

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