Ausländer erben eben ganz anders

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[ 19.02.2010 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ausländer werden in Deutschland nach dem Recht ihres Heimatsstaates beerbt (ein Österreicher also nach österreichischem Recht; Staatsangehörigkeitsprinzip, Art 25 EGBGB; – Staatsangehörigkeit).

Der Ausländer kann im Testament aber z.B. die Geltung deutschen Rechts für seinen in Deutschland belegenen Immobilienbesitz wählen.

 Gefahren!!!

  • In verschiedenen Common-Law-Staaten werden Testamente (auch notarielle) nicht anerkannt, wenn es nicht ihrer eigenen Form des Drei-Zeugentestamentes entspricht
  • Die Bindung des überlebenden Ehegatten aufgrund gemeinschaftlichen Testaments (Ehegatten) oder durch Erbvertrag ist verboten in den romanisch-rechtlichen, ehemals kommunistischen und islamischen Ländern. Dort sind Gemeinschaftliches Testament und Erbvertrag, aber auch Erb- und Pflichtteilsverzicht nicht wirksam.
  • Zur Nachlassspaltung bei Grundstücken kommt es z.B. im Zusammenhang mit folgenden Ländern: Frankreich, England, Einzelstaaten der USA, Kanada. Das Grundstück unterliegt dort immer dem Heimatrecht. Verstirbt ein Franzose mit einem Grundstück in Deutschland, wird das Grundstück nach deutschem Recht das sonstige Vermögen (insbesondere auch das in Deutschland befindliche Geld) nach französischem Recht vererbt. Umgekehrt gilt für einen Deutschen mit Grundbesitz in Frankreich, dass das französische Grundstück nach französischem Recht vererbt wird.

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