Banken und Sparkassen: Erbschein nicht immer nötig

  1. Startseite
  2. B [Erbrecht verständlich von A - Z]
  3. Banken und Sparkassen: Erbschein nicht immer nötig

Der Erbschein ist nicht immer nötig, erklärt Erbrechtler Gerhard Ruby

Ausnahmen vom Erbschein

Der Erbe ist nicht verpflichtet, sein Erbrecht durch einen Erbschein nachzuweisen. Er kann seine Erbberechtigung auch in anderer Form nachweisen. Am Praktischsten ist es ohnehin, wenn die Erben eine Bankvollmacht besitzen. Dann gibt es überhaupt keine Probleme. Aber auch mit einem öffentlichen Testament und der Niederschrift über seine Eröffnung kann der Nachweis in zahlreichen Fällen erbracht werden.

Bankklauseln unwirksam

Der Bundesgerichtshof hat jedenfalls entschieden, dass Bankklauseln unwirksam sind, nach denen nach dem Tod eines Kunden die Sparkasse zur Klärung der Berechtigung der Erben immer verlangen kann, dass diese einen Erbschein vorlegen müssen (BGH XII ZR 401/12).

Im Regelfall reicht auch ein Testament, das von einem Notar beurkundet wurde. Es muss allerdings der Bank zusammen mit der Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichts vorgelegt werden.

Die Bank muss im Normalfall dem Inhalt des öffentlichen Testaments vertrauen. Sie darf aber dann einen Erbschein verlangen, wenn sich bei der Prüfung des Testaments echte Zweifel ergeben, ob das Erbrecht der im Testament Genannten wirklich besteht. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn im Berliner Testament steht, dass die Schlusserben die Kinder nur dann sind, wenn sie keinen Pflichtteil nach dem Tod des erstverstorbenen Elternteils sind. Ob sie den Pflichtteil geltend gemacht und damit ihre Erbenstellung verloren haben, kann man aus dem notariellen Testament nicht erkennen.  Das kann nur durch weitere, allein dem Nachlassgericht mögliche Ermittlungen über den tatsächlichen Willen des Erblassers oder über sonstige tatsächliche Verhältnisse geklärt werden.

Noch besser

Eine Bankvollmacht, sofern sie über den Tod hinaus gilt, reicht ohnehin. Es reicht auch eine Bankvollmacht, die erst ab dem Todesfall gilt.

 

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Tarifermäßigung bei der Erbschaftsteuer – Aufpassen!

Wenn innerhalb von zehn Jahren das gleiche Vermögen mehrfach an Personen, die der Erbschaftsteuerklasse I angehören, vererbt wird, wird der Steuertarif zwischen 10 bis 50 % ermäßigt (§ 27 ErbStG). Liegt zwischen den beiden Erbfällen nicht mehr als 1 Jahr, beträgt die Tarifermäßigung 50 %. Liegen zwischen den beiden Erbfällen nicht mehr als 2 Jahre,…

Wer kann ein Testament anfechten?

Wer kann ein Testament anfechten? Testament anfechten Anfechtungsberechtigt ist nach dem Gesetz, wer einen Vorteil daraus hätte, wenn die Testamentsregelung vernichtet würde. Es kann also nicht jeder anfechten, sondern die Anfechtung muss dem Anfechtenden auch unmittelbar einen Vorteil bringen können. Muss Vorteil bringen Es kommt darauf an, ob die Zerstörung des Testaments durch die Anfechtung…

Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Eltern und Großeltern als Schlusslicht

Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Eltern und Großeltern als Schlusslicht. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Eltern und Großeltern als Schlusslicht Auch Kinder haften für die Eltern, jedenfalls dann, wenn es um den Elternunterhalt geht. Nach dem Gesetz sind die Kinder für die Eltern, aber auch Großeltern unterhaltspflichtig. Diese Unterhaltspflicht kann dann für die Kinder schmerzlich…

Menü