Betreuung: Ein Betreuter kann doch kein Testament errichten – oder doch?

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[ 27.11.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Doch er kann das grundsätzlich. Die Betreuung als solche hindert den Betreuten nicht ein Testament zu errichten. 

Ob der Betreute allerdings fähig zur Testamentserrichtung, also testierfähig war, wird im Erbscheinsverfahren vom Nachlassgericht geprüft. Dabei ist von der Vermutung der Testierfähigkeit auszugehen. Die Testierfähigkeit ist nur zu prüfen, wenn konkrete Zweifel an der Testierfähigkeit bestehen. Aus der Bestellung eines Betreuers allein kann also nicht auf die Testierunfähigkeit geschlossen werden. War der Betreute wenigstens umd die Zeit der Testamentserrichtung herum testierfähig, so spricht dies für die testierfähigkeit, auch wenn später Testierunfähigkeit vorlag.

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