Brieftestament: Sogar auf Postkarte kann Testament geschrieben werden

  1. Startseite
  2. B [Erbrecht verständlich von A - Z]
  3. Brieftestament: Sogar auf Postkarte kann Testament geschrieben werden

Brieftestament: Sogar auf Postkarte kann Testament geschrieben werden

Brieftestament: Sogar auf Postkarte kann Testament geschrieben werden

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht.

Das Brieftestament oder Postkartentestament ist eine vom Erblasser eigenhändig geschriebene und unterschriebene letztwillige Verfügung, die in Form eines Briefes erstellt wurde.

Schreibt der Vater in einem Brief an seinen Sohn, „Ich werde dich zum Erben einsetzen“, liegt wohl kein Testierwille vor, sondern er kündigt in dem Brief nur die Erbeinsetzung an. Schreibt er hingegen klar, dass er hiermit den Sohn in diesem Brief zum Erben einsetzt, spricht dies für das Vorhandensein von Testierwillen und es liegt ein wirksames Brieftestament vor.

Diese Testamentsform ist grundsätzlich zulässig. Ein Brieftestament kann sogar in einem Brief an ein Gericht errichtet werden, weil der Adressat des Briefes für die Frage der Wirksamkeit des Testaments grundsätzlich keine Rolle spielt.

Entscheidend ist – wie auch sonst – ob der Erblasser im Zeitpunkt der Testamentserrichtung Testierwillen hatte, also mit dem ernstlichen Willen handelte ein Testament zu errichten und eine letztwillige Anordnung zu treffen.

Beispielsweise
wurde der Brief eines Selbstmörders an die Polizei, in dem er die Motive für seinen Selbstmord darlegte und seine Frau zur Alleinerbin einsetzte,  vom Bayerischen Obersten Landesgericht als wirksame letztwillige Verfügung angesehen (BayObLG NJW-RR 1999, 1167).

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Was sind eigentlich „Verwandtschaftsgrade“?

Grad der Verwandtschaft ermitteln

Keine Pflichtteilsentziehung im Testament trotz Grund

Pflichtteilsentziehung im Testament unterbleibt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Pflichtteilsentziehung im Testament unterbleibt Frage: Mein Bruder hat mir gegenüber ein Verbrechen begangen. Das ist ein Pflichtteilsentziehungsgrund. Mein Vater wollte das im Testament verfügen, kam aber nicht mehr dazu. Er hat mich aber im Testament zum Alleinerben eingesetzt. Kann ich den Pflichtteilsentziehungsgrund gegenüber meinem Bruder trotzdem geltend…

Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers: Weiterschenkung als Trick 17?

Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers: Weiterschenkung als Trick 17?

Menü