Cäsar Caracalla verlieh allen Bewohnern des Römischen Reichs das Bürgerrecht, um von allen Erbschaftsteuer zu kassieren

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus (188 bis 217 nach Christus) war der blutrünstigste Kaiser der Römer. Man kannt ihn besser unter dem Namen Caracalla. Der  Kulturwissenschaftler Jacob Burckhardt bezeichnete ihn als  „verschlagen“, „feige“, als „allergrausamster Mensch“, als „Feind Gottes, bei dessen Verworfenheit und falscher Genialität der Gedanke erwachsen muss, es ist Satan“.

Caracalla setzte am 11. Juli 212, die „Constitutio Antoniniana“ in Kraft. Es handelt sich um eine Verordnung, mit welcher Caracalla allen freien Bewohnern des Römisches Reiches das römische Bürgerrecht verlieht. Der Geschichtsschreiber Cassius Dio teilt mit (79, 9, 5), dass die Ausdehnung des Bürgerrechts vor allem den Zweck gehabt habe, die Betroffenen verschiedenen Steuern zu unterwerfen, die nur von römischen Bürgern zu bezahlen waren. Dazu gehörte die Erbschaftsteuer, die Caracalla auf 10 % verdoppelte. Die Erbschaftsteuer wurde nun auch den bisher nicht steuerpflichtigen Familienangehörigen auferlegt. Wegen der außerordentlich stark erhöhten Personalkosten beim Militär infolge einer großzügigen Solderhöhung und üppigen Sonderzuwendungen an die Soldaten musste Caracalla tatsächlich neue Einkommensquellen erschließen.

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