Darf man ihm die Hand führen, wenn der Vater das Testament schreibt?

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[ 20.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das kommt öfters vor. Ein Testament wird eröffnet und dann fällt auf, dass das Schriftbild des Textes und der Unterschrift sich stark unterscheiden. Eventuell stellt sich dann beim Nachfragen durch das Nachlassgericht heraus, dass das Kind nur die zittrige Hand des Vaters beim Schreiben „beruhigt“, während der Vater selber die Schriftzüge „geformt“ habe. Ein solches Testament ist ungültig, weil durch andere als vom Erblasser selbst hergestellte Testamente nicht wirksam sind, und zwar selbst dann nicht, wenn sie Anwesenheit des Erblassers nach dessen Willen angefertigt und vom Erblasser selbst unterschrieben worden sind.

Das OLG Hamm stellte hierzu fest:

„Ein vom Erblasser unterschriebenes Testament ist nicht eigenhändig i.S.d. § 2247 Abs. 1 BGB, wenn bei der Niederschrift des Textes die Hand des Erblassers derart geführt wird, dass die Schriftzüge von einem Dritten geformt werden.“

OLG Hamm, Beschluss vom 11.09.2001 – 15 W 224/01

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