Demenz: Kann ein an Alzheimer Erkrankter noch ein Testament machen?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Demenz: Kann ein an Alzheimer Erkrankter noch ein Testament machen?
Gerhard Ruby, Top-Anwalt für Erbrecht

Demenz: Kann ein an Alzheimer Erkrankter noch ein Testament machen?

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Villingen-Schwenningen

Wer dement ist, kann testierunfähig sein 

Demenz: Kann ein an Alzheimer Erkrankter noch ein Testament machen?

Es kommt darauf an. Wenn der Erblasser aufgrund der Demenz im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments testierunähig war, ist das Testament nichtig. Ein Testament kann also wegen einer Demenzerkrankung des Erblassers zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung nichtig sein, muss aber nicht nichtig sdein.

Ein notarielles Testament, in dem der Notar festhält, dass der Erblassre nach seiner Überzeugung geschäfts- und testierfähig sein, kann trotzdem nichtig sein. Der Notar hat nicht – ebenso nicht der Hausarzt – die Befähigung und die Ausbildung festzustellen, ob der Erblasser als er bei ihm war, testierfähig war oder nicht. So gibt es viele Gerichtsfälle, in denen der Notar vor dem Gericht angab, dass er keine Zweifel an der Testierfähigkeit des Erblassers hatte, und das Testament dennoch nichtig war.  Das Gericht bestellt nämlich einen Sachverständigen, der die Testierfähigkeit auch dann verneinen kann, wenn der Notar die Testierfähigkeit im Testament festgestellt hat. Kommt der Sachverständige zum Ergebnis, dass der Testierende nach seiner Meinung naufgrund der Erkrankung nicht in der Lage gewesen ist selbstbestimmt zu handeln und freie Entscheidungen zu treffen, ist es egal, was der Notar ins Testament geschrieben hat.

Entscheidend ist, dass der Testierende sowohl den Inhalt als auch die Tragweite seiner Verfügung in allen Belangen verstehen kann, wenn das Testament errichtet wird. Es gibt genügend Gerichtsentscheidungen bei denen die Richter aufgrund der Gutachten zum Ergebnis kamen, dass der Testierende dazu nicht mehr in der Lage war, obwohl der Notar Testierfähigkeit ins Testament geschrieben hatte.

Ist ein Testament wegen Demenz nichtig, leben in der Regel die älteren Testamente wieder auf. Gibt es keine älteren Testamente gilt die gesetzliche Erbfolge.

Erbrechtskanzlei RUBY –  Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland –  Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige
Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Gütertrennung

Druckansicht öffnen  [ 22.06.2012 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Vorsicht bei Gütertrennung! Viele Eheleute haben im Rahmen eines notariellen Ehevertrages Gütertrennung vereinbart, vor allem im unternehmerischen Bereich kommt dieser Güterstand sehr häufig vor. Für die Vereinbarung von Gütertrennung ist jedoch in aller Regel kein schlagendes Argument ersichtlich. Vielmehr ist die Vereinbarung von Gütertrennung…

Bundesfinanzhof: Finanzamt muss vom Bürger nicht auf eigene Rechenfehler hingewiesen werden

Fehler beim Finanzamt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Fehler beim Finanzamt Ein Steuerpflichtiger, bei dem sich das Finanzamt verrechnet, oder im Steuerbescheid falsche Angaben zugunsten des Steuerpflichtigen macht, muss diesen Fehler nicht beim Finanzamt melden. Er begeht dann auch keine Steuerhinterziehung. Wenn also die Steuererklärung fehlerfrei abgegeben wurde und der Fehler dann durch das Finanzamt passierte,…

Banken: Keine generelle Pflicht zur Vorlage eines Erbscheins bei Banken

Druckansicht öffnen  [ 20.01.2013 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem wichtigen Urteil vom 01.10.2012 (Az. 31 U 55/2012) festgestellt, dass die regelmäßig von Banken und Sparkassen verwendeten Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wonach Banken nach dem Tode des Kunden zur Klärung der Erbfolge immer die Vorlage eines Erbscheins verlangen können, unwirksam sind….

Menü