Können Sachverständigenkosten für Grundstücksbewertung bei Erbschaftsteuer abgezogen werden?

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Können Sachverständigenkosten für Grundstücksbewertung bei Erbschaftsteuer abgezogen werden? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Können Sachverständigenkosten für Grundstücksbewertung bei Erbschaftsteuer abgezogen werden?

Können die Gutachterkosten für die Bewertung von Grundstücken in vollem Umfang gegenüber dem Finanzamt vom Schenkungswert abgezogen werden, wenn sie angefallen sind im Rahmen

  • der Verpflichtung zur Abgabe der Feststellungserklärung für die Grundstücksbewertung?
  • in einem Rechtsbehelfsverfahren, das sich an die Wertfeststellung anschließt?
  • In einem finanzgerichtlichen Verfahren, das sich an die Wertfeststellung anschließt?
  • in einem Verfahren, in dem die Änderung der Wertfeststellung beantragt wird?

Ja, aber nur im Rahmen der Wertfeststellung, nicht im Rahmen der Schenkungsteuer. Die Kosten sind im Rahmen der Grundstücksbewertung in vollen Umfang abzugsfähig, nämlich

  • wenn sie im Rahmen der Verpflichtung zur Abgabe der Feststellungserklärung angefallen sind
  • oder in einem sich an die Wertfeststellung anschließenden Rechtsbehelfsverfahren
  • einem finanzgerichtlichen Verfahren oder
  • in einem Verfahren, in dem die Änderung der Wertfeststellung beantragt wird.

Das gilt nicht, wenn es um die Erbschaft- oder Schenkungsteuer als solche geht.

Sind die Gutachterkosten außerhalb des Feststellungsverfahrens für die Grundbesitzbewertung angefallen, also in einem Rechtsbehelfsverfahren oder einem finanzgerichtlichen Verfahren gegen den Schenkungsteuer- oder Erbschaftsteuerbescheid, sind sie nicht abzugsfähig.

Grund: Die Gutachterkosten sind nicht abziehbar, da es sich hierbei um Rechtsverfolgungskosten zur Abwehr der Entrichtung der eigenen Schenkungsteuer handelt, die unter das Abzugsverbot des § 10 Abs. 8 ErbStG fallen: „Die von dem Erwerber zu entrichtende eigene Erbschaftsteuer ist nicht abzugsfähig“, § 10 Abs. 8 ErbStG (BFH vom 20. Juni 2007, BStBl. II S. 722).

Steuerberatungsgebühren für die von den Erben in Auftrag gegebene Erstellung der Erbschaftsteuererklärung oder der Erklärung zur gesonderten Feststellung nach § 157 i. V. m. § 151 BewG sind unter Berücksichtigung der den Erben unmittelbar durch den Erbfall treffenden, von der späteren Verwaltung und Verwertung des Nachlasses unabhängigen öffentlich-rechtlichen Verpflichtung zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung als Nachlassregelungskosten zum Abzug zugelassen. Gleiches gilt, wenn Kosten eines Gutachtens für die Ermittlung des gemeinen Wertes beim Grundbesitz, beim Betriebsvermögen und bei nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften anfallen und vom Erwerber getragen worden sind (→ BFH vom 19. 6. 2013, BStBl. II S. 738). Der Abzug dieser Kosten ist nicht nach § 10 Abs. 6 ErbStG zu kürzen, soweit zum Erwerb steuerbefreites oder teilweise steuerbefreites Vermögen gehört.
Bei Feststellungen im Zusammenhang mit dem Wert des Anteils am Betriebsvermögen (§ 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BewG) und dem Wert nicht notierter Anteile an einer Kapitalgesellschaft (§ 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BewG) ist Folgendes zu beachten:
Ist eine gesonderte Feststellung nach § 151 Abs. 1 BewG durchzuführen, kann das Feststellungsfinanzamt von jedem, für dessen Besteuerung eine gesonderte Feststellung von Bedeutung ist, die Abgabe einer Feststellungserklärung verlangen (§ 153 Abs. 1 BewG).

Quelle: Erlasse vom 23. März 2015 (BStBl. I S. 264)

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