Erbanfallsteuer: Besteuert wird nicht der Nachlass, sondern die Bereicherung des jeweiligen Erben

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[ 26.06.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

V vererbt an seine Frau W und die drei Kinder K1 bis K3 eine Erbschaft von 1,7 Millionen Euro. Er hat W und K1 bis K3 zu je ¼ als Erben eingesetzt. Es wird kein steuerbegünstigtes Vermögen vererbt, sondern allein Geldvermögen im weitesten Sinne. Die Freibeträge belaufen sich für W auf 500.000 Euro, und für jedes der drei Kinder auf 400.000 Euro. Fällt Erbschaftsteuer an?

Bei der deutschen Erbschaftsteuer handelt es sich um eine Erbanfallsteuer. Besteuert wird die Bereicherung des jeweiligen Erben (unter Berücksichtigung des Verwandtschaftsverhältnisses) und nicht der Gesamtwert des Nachlasses.

• W erbt 425.000 und hat einen Freibetrag von 500.000• K1 bis K3 erben ebenfalls jeweils 425.000 und haben je 25.000 Euro mit einem Steuersatz von 7 % zu versteuern, also je 1.750 Euro an Erbschaftsteuer zu zahlen.

Im Gegensatz zur Erbanfallsteuer steht die anglo-amerikanische Nachlassteuer, die sich als letztmalige Vermögensteuer (daher: „Tote-Hand-Steuer“)am Wert des Nachasses orientiert und die Verwandtschaftsverhältnisse  nicht berücksichtigt.

 

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