Erbengemeinschaft: Kein Anspruch auf isolierte Auszahlung!

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Erbengemeinschaft: Kein Anspruch auf isolierte Auszahlung! Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, Konstanz, Radolfzell, Rottweil, Villingen-Schwenningen.

Erbengemeinschaft: Kein Anspruch auf isolierte Auszahlung!

Frage:

Mein Onkel ist verstorben und hat ein Haus im Wert von 160.000,00 € und Geld bei der Bank in Höhe von ebenfalls 160.000,00 € hinterlassen. Wir sind 8 Miterben zu gleichen Teilen. Ich möchte nun sofort die mir zustehenden 20.000,00 € bei der Bank abholen, da ich das Geld gut brauchen kann. Die anderen Miterben dagegen wollen das Geld erst dann verteilen, wenn das Haus verkauft ist. Dies kann aber noch länger dauern, zumal wir uns gar nicht einig sind, mit welchem Preis wir das Haus anbieten wollen. Kann ich nun einfach zur Bank gehen und mir meinen Anteil holen?

Antwort:

Nein, das geht leider nicht. Über das Bankguthaben können die Miterben nur gemeinschaftlich, das heißt hier alle 8, verfügen. Es ist nicht möglich, sich seinen Anteil alleine zu holen. Die Zuteilung des Anteiles erfolgt erst und nur im Rahmen der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft. Insoweit ist es möglich, dass sich die Miterben darauf verständigen, zunächst den Geldnachlass zu verteilen. Dies ist eine sogenannte Teilerbauseinandersetzung, auf die allerdings grundsätzlich kein Rechtsanspruch besteht.

Da das Haus vorerst weiterhin in Erbengemeinschaft bleibt, wäre im Übrigen im Hinblick auf diesbezügliche Unkosten etc. dringlich anzuraten, nicht das gesamte Geld zu verteilen, sondern beispielsweise einen Rückbehalt von z. B. 20.000,00 € zu machen, der erst dann verteilt wird, wenn auch das Haus verkauft ist.

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