Viele Irrtümer durch Doktor Google im Erbrecht

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Die Menschen informieren sich im Internet. Grundsätzlich eine gute Sache. Aber oft wird vieles missverstanden mit fatalen Folgen. Ein Stuttgarter Mandant ist an Krebs erkrankt. Er hat nicht mehr lange zu leben. Seit Monaten plagt ihn die Vorstellung seiner zweiten Ehefrau, die sich seit Jahren um ihn sorgt, nicht als Erbin einsetzen zu können. Er ist der Auffassung durch ein Berliner Testament daran gehindert zu sein, seine zweite Ehefrau als Erbin einzusetzen. Er meint, ihr bliebe nur der Pflichtteil. Das wäre ein schwacher Trost, zumal die Kinder keine Zeit haben, sich um ihn zu kümmern, während seine Ehefrau ihn aufopfernd pflegt und versorgt.

Als er das „Berliner Testament“ mitbringt, entpuppt sich dieses als Erbvertrag. In ihm ist zwar wie in einem normalen Berliner Testament geregelt, dass der erstversterbende den überlebenden Ehegatten zum Alleinerben einsetzt. Schlusserben sollen die Kinder sein.

Was der Mandant aber überlesen oder nicht verstanden hat, ist eine Abänderungsklausel im Testament. Dort steht, dass der überlebende Ehegatten an die Schlusserbeneinsetzung nicht gebunden ist.

Mit anderen Worten: Der überlebende Ehegatte kann seine zweite Ehefrau als Alleinerbin oder Miterbin einsetzen oder sie durch Vermächtnisss absichern.

Eine Erstberatung, die nur 226 Euro kostet, hätte hier geholfen. Ein im Erbrecht erfahrener Fachanwalt hätte den Irrtum des Mandanten schon nach wenigen Minuten aufgedeckt.

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