Erbschaft-/Schenkungsteuer: Warum zieht das Finanzamt eine Nachlassschuld von 120.000 € nur mit 92.940 € ab?

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Erbschaft-/Schenkungsteuer: Warum zieht das Finanzamt eine Nachlassschuld von 120.000 € nur mit 92.940 € ab? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wie rechnet das Finanzamt? 

Erbschaft-/Schenkungsteuer: Warum zieht das Finanzamt eine Nachlassschuld von 120.000 € nur mit 92.940 € ab?
Frage:

Ich habe  am 14.9.2013 geerbt. Im Nachlass meines Vaters ist auch eine Darlehensschuld. Ich muss ab alle sechs Monate 6.000 Euro abzahlen und das 10 Jahre lang. Das macht 120.000 Euro. Das Finanzamt zieht aber nur 92.940 Euro als Schuld ab. Warum?

Antwort:

Das Finanzamt wendet einen Ländererlass vom 10.10.2010 an, nach dem unverzinsliche Kapitalschulden, die in gleichbleibenden Raten getilgt werden und deren Laufzeit länger als ein Jahr ist, nicht mit dem Nennwert (120.000 Euro) sondern mit dem niedrigeren Gegenwartswert angesetzt werden. Dieser wird so ermittelt:


Ein Tipp von RA Ruby 

3.1.2. Unverzinsliche Kapitalforderungen oder Kapitalschulden, die in gleichbleibenden Raten getilgt werden

Beispiel 1:

  • Besteuerungszeitpunkt 14. 9. 2013
  • Halbjährliche Rate 6000 EUR
  • Fälligkeit der 1. Rate nach dem Besteuerungszeitpunkt 20. 9. 2013
  • Fälligkeit der letzten Rate 20. 3. 2023
  • Laufzeit (14. 9. 2013 bis 13. 9. 2023) 10 Jahre

Berechnung:

Vervielfältiger für 10 Jahre (Tabelle 2) 7,745
Jahreswert (2 × 6000 EUR =) 12 000 EUR
Gegenwartswert am 14. 9. 2013 = 7,745 × 12 000 EUR = 92 940 EUR

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