Erbschaftsteuer: Warum setzt das Finanzamt nur 70.480 € Schulden ab, obwohl ich 80.000 € in 28 Monaten zahlen muss?

Erbschaftsteuer: Warum setzt das Finanzamt nur 70.480 € Schulden ab, obwohl ich 80.000 € in 28 Monaten zahlen muss? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Erbschaftsteuer: Warum setzt das Finanzamt nur 70.480 € Schulden ab, obwohl ich 80.000 € in 28 Monaten zahlen muss?

Es liegt eine unverzinsliche Nachlassschuld vor. Unverzinsliche Kapitalschulden, deren Laufzeit am Todestag noch mehr als ein Jahr beträgt, sind mit einem Zinssatz von 5,5, Prozent abzuzinsen.

Beispiel:

Todestag: 18.10.2013

Der Nennwert der Forderung gegen den Nachlass beträgt 80.000 Euro.

Er soll zur Zahlung fällig sein am 2.3.2016. Die Laufzeit vom 18.10.2013 bis 2.3.2016 beträgt demnach 2 Jahre, 4 Monate und 15 Tage. Hier ist zu beachten, dass das Finanzamt den vollen Monat mit 30 Tagen ansetzt und den Monat, in dem der Fälligkeitstag liegt mit der Anzahl der tatsächlichen Tage bis zur Fälligkeit, höchstens jedoch mit 30 Tagen.

Die Berechnung erfolgt nach der Tabelle 1 gleich lautenden Ländererlasses vom 10.101.2010 zur Bewertung von Kapitalforderungen  und -schulden für die Erbschaft- und Schenkungsteuer.


Ein Tipp von RA Ruby 

Danach beträgt der Abzinsungsfaktor für drei Jahre (Tabelle 1) 0,852. Der Abzinsungsfaktor für 2 Jahre beträgt 0,898 (Tabelle 1).

Die Differenz von 0,852 ./. 0,898 ist minus 0,046. Davon betragen ( 4/12 + 15/360 = 135/360 = ) 37,5 % = 0,017.

Interpoliert 0,898 – 0,017 = 0,881

Gegenstandswert am 18.10.2013 demnach 0,881 x 80.000 = 70.480 Euro.

Quelle:  Erlass vom 10.10.2010

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