Erbschein: Was der Erbschein kostet – Antrag direkt beim Nachlassgericht spart Mehrwertsteuer

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[ 23.09.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Die Gebühren für einen Erbschein richten sich nach dem Gesetz über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (GNotKG, früher KostO)

Für die Erteilung des Erbscheins durch das Nachlassgericht wird eine sogeannten volle 1,0 Gebühr nach der Gebührentabelle B des GNotKG berechnet. Danach gilt: Je höher der Reinwert des Nachlasses desto höher die volle Gebühr. Der Reinwert des Nachlasses ist der Wert des Nachlasses nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten im Zeitpunkt des Erbfalls. Es gelten die aus der Tabelle B ersichtlichen Gebühren, die doppelt (für den Antrag mit eidesstattlicher Versicherung und für den Erbschein). Links ist der Nachlasswert als Geschäftswert zu lesen und eine die Höhe einer vollen Gebühr ergibt sich aus der Tabelle B ganz rechts. (Tipp: Lesen Sie auch das Beispiel nach der Gebührenübersicht):

Geschäftswert bis …€Gebühr Tabelle A …€Gebühr Tabelle B …€    500    35,00   15,00  1 000   53,00   19,00  1 500   71,00   23,00  2 000   89,00   27,00  3 000  108,00   33,00  4 000  127,00   39,00  5 000  146,00   45,00  6 000  165,00   51,00  7 000  184,00   57,00  8 000  203,00   63,00  9 000  222,00   69,00 10 000  241,00   75,00 13 000  267,00   83,00 16 000  293,00   91,00 19 000  319,00   99,00 22 000  345,00  107,00 25 000  371,00  115,00 30 000  406,00  125,00 35 000  441,00  135,00 40 000  476,00  145,00 45 000  511,00  155,00 50 000  546,00  165,00 65 000  666,00  192,00 80 000  786,00219,00 95 000  906,00  246,00110 0001 026,00  273,00125 0001 146,00  300,00140 0001 266,00  327,00155 0001 386,00  354,00170 0001 506,00  381,00185 0001 626,00  408,00200 0001 746,00  435,00  230 0001 925,00  485,00  260 0002 104,00  535,00  290 0002 283,00  585,00  320 0002 462,00  635,00  350 0002 641,00  685,00  380 0002 820,00  735,00  410 0002 999,00  785,00  440 0003 178,00  835,00  470 0003 357,00  885,00  500 0003 536,00  935,00  550 0003 716,001 015,00  600 0003 896,001 095,00  650 0004 076,001 175,00  700 0004 256,001 255,00  750 0004 436,001 335,00  800 0004 616,001 415,00  850 0004 796,001 495,00  900 0004 976,001 575,00  950 0005 156,001 655,001 000 0005 336,001 735,001 050 0005 516,001 815,001 100 0005 696,001 895,001 150 0005 876,001 975,001 200 0006 056,002 055,001 250 0006 236,002 135,001 300 0006 416,002 215,001 350 0006 596,002 295,001 400 0006 776,002 375,001 450 0006 956,002 455,001 500 0007 136,002 535,001 550 000 7 316,002 615,001 600 000 7 496,002 695,001 650 000 7 676,002 775,001 700 000 7 856,002 855,001 750 000 8 036,002 935,001 800 000 8 216,003 015,001 850 000 8 396,003 095,001 900 000 8 576,003 175,001 950 000 8 756,003 255,002 000 000 8 936,003 335,002 050 000 9 116,003 415,002 100 000 9 296,003 495,002 150 000 9 476,003 575,002 200 000 9 656,003 655,002 250 000 9 836,003 735,002 300 00010 016,003 815,002 350 00010 196,003 895,002 400 00010 376,003 975,002 450 00010 556,004 055,002 500 00010 736,004 135,002 550 00010 916,004 215,002 600 00011 096,004 295,002 650 00011 276,004 375,002 700 00011 456,004 455,002 750 00011 636,004 535,002 800 00011 816,004 615,002 850 00011 996,004 695,002 900 00012 176,004 775,002 950 00012 356,004 855,003 000 00012 536,004 935,00

Frage: Was kostet ein Erbschein? Wie kann ich die Mehrwertsteuer sparen?

Antwort: Das kommt auf den Wert des Nachlasses an. Wenn der Reinewert des Nachlasses (Nachlassaktiva minus Nachlassverbindlichkeiten) zum Beispiel 250.000 Euro beträgt, beträgt bei diesem Wert eine sogenannte volle Gebühr nach dem GNotKG 535,00 Euro. Es fällt zunächst eine volle Gebühr für den Erbscheinsantrag an. Stellt man den Erbscheinsantrag über einen Notar betragen die Kosten 535 Euro zzgl. 19 % Mehrwertsteuer. Es kommen also 101,65 Euro an Mehrwertsteuer hinzu. Diese Kosten können Sie sparen, wenn sie den Erbscheinsantrag direkt beim Nachlassgericht stellen. Immerhin eine Ersparnis von über 100 Euro.
Hinzu kommt dann noch eine volle Gebühr für die Erteilung des Erbscheins, also weitere 535 Euro. Insgesamt fallen also 1.070 Euro an, wenn Sie den Erbschein selbst direkt beim Nachlassgericht beantragen und 1171,65 Euro, wenn Sie den Erbscheinsantrag über einen Notar stellen.

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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