Fällt ein Lotteriegewinn nach dem Tod ins Erbe?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Fällt ein Lotteriegewinn nach dem Tod ins Erbe?

Druckansicht öffnen 

[ 25.02.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das kommt darauf an. Das Amtsgericht Pirmasens entschied folgenden Fall: Eine Frau nahm am sogenannten „Lotteriesparen“der Raiffeisenbank teil, wobei der „Gewinnsparvertrag“ nach ihrem Tod weiterlief. Auf ein Los, das erst nach dem Tod der Verstorbenen im Rahmen der geerbten Vertragsbeziehung vom Geldinstitut erworben wurde, entfiel für den Erben ein Gewinn von 5000 Euro. Ein Pflichtteilsberechtigter forderte aus diesem Betrag seinen Pflichtteil, weil er meinte, der Gewinn gehöre zum Nachlass und erhöhe damit den Pflichtteil. Das ist in diesem Fall falsch. Nur wenn ein Los gewonnen hätte, das die Verstorbene bereits bezahlt hatt, hätte das Geld zum Nachlass gezählt.

Das Amtsgericht Pirmasens entschied:

Der Gewinn aus einem Lotterielos, welches im Rahmen eines vom Erblasser abgeschlossenen Gewinnsparvertrages erst nach dem Erbfall erworben wurde, fällt nicht in den Nachlass, wenn der Erbe den Vertrag vor Erwerb des Loses hätte kündigen können.

AG Pirmasens, Urteil vom 20. 5. 1998 – 1 C 26/98

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Einsatz einer Erbschaft in der Wohlverhaltenshase zur Schuldentilgung

Erbschaft in der Wohlverhaltenshase zur Schuldentilgung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Nach Auffassung des Landessozialgerichtes Nordrheinwestfalen mit Urteil vom 06.08.2012 ist eine Erbschaft von der Regelung des § 295 Abs. 1 Nr. 2 Insolvenzordnung (Herausgabe des hälftigen Nachlasswertes an den Treuhänder) erfasst, wenn sie zwischenzeitlich in der Wohlverhaltensphase anfällt. Gleichwohl erzielt der Erbe durch den Erhalt…

Anwartschaftsrechte sind vererblich

Druckansicht öffnen  [ 02.10.2011 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Anwartschaftsreche sind vererblich, wenn das Recht, zu dem das Anwartschaftsrecht erstarken kann, ebenfalls vererblich ist. Ein Anwartschaftsrecht ist die Vorstufe zu einem Recht, dem Vollrecht. Aufschiebend bedingte Rechte äußern schon während der Schwebezeit Rechtswirkungen. Der bedingt Berechtigte erwirbt eine rechtlich gesicherte Anwartschaft. Das bedingte Recht…

Warum setzt Finanzamt nur 70.480 Schulden ab, obwohl 80.000 zu zahlen?

Erbschaftsteuer: Warum setzt das Finanzamt nur 70.480 € Schulden ab, obwohl ich 80.000 € in 28 Monaten zahlen muss? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Erbschaftsteuer: Warum setzt das Finanzamt nur 70.480 € Schulden ab, obwohl ich 80.000 € in 28 Monaten zahlen muss? Es liegt eine unverzinsliche Nachlassschuld vor. Unverzinsliche Kapitalschulden, deren Laufzeit am Todestag…

Menü