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Wie formulieren wir am besten ein gemeinschaftliches Testament? Was sollten wir beachten?

Fachanwalt für Erbrecht Gerhard Ruby

Viele Eheleute wünschen sich, dass nach dem Tod des ersten Ehegatten, dem anderen Ehegatten erst einmal das Vermögen zugeht, um diesen wirtschaftlich abzusichern. Erst nach Tod des zweiten Ehegatten sollen die gemeinsamen Kinder oder andere nahestehende Personen erben.

Hierfür bestehen verschiedene Möglichkeiten bei der Gestaltung des gemeinschaftlichen Testaments. Die zwei populärsten Methoden, sind unter Fachleuten unter der Einheits- und Trennungslösung bekannt.

a) Die Einheitslösung

Das Vermögen wird nach dem Tod eins mit dem Vermögen des überlebenden Ehepartners verschmolzen.

Nach dem Tod des zweiten Partners gehen beide Vermögen als Einheit auf
die Schlusserben, in den meisten Fällen die Kinder, über. Die Kinder erhalten beim Tod des ersten Ehegatten also zunächst einmal nichts.

Vorteile: Ihr Nachlass wird bei der Wahl der Einheitslösung nicht aufgespalten. Der überlebende Ehegatte kann hohe Freibeträge bei der Erbschaftssteuer geltend machen (jedoch ergeben sich bei großen Vermögen eventuell steuerliche Nachteile für die Kinder).

b) Die Trennungslösung

Hier gilt: Das Vermögen des erstversterbenden Ehepartners verschmilzt nicht mit dem Vermögen des überlebenden Ehepartners. Die Kinder erhalten im Erbfall zwei Vermögensmassen.

Vorteile: Die Kinder haben eine rechtliche starke Stellung. Der überlebende Ehegatte kann nur über sein eigenes Vermögen verfügen, weshalb der Nachlass vor etwaiger Verschwendung geschützt wird.

Welche Lösung ist die Bessere?

Ob die Einheits- oder Trennungslösung im Einzelfall von Vorteil ist hängt ganz von den familiären Verhältnissen, Umfang des Vermögens und anderen Faktoren wie z.B. steuerlichen Aspekten ab.

Zu beachten ist, dass selbst von der Praxis oft verwendete Standardformulierungen Möglichkeiten für verschiedene spätere Auslegungsmöglichkeiten lassen. Deswegen müssen die Formulierungen im Testament unbedingt eindeutig sein und keinen Spielraum für Auslegungen lassen, wie z.B. in der Frage ob etwa die Einheits- oder
Trennungslösung gewollt war, da diese Unterscheidung später signifikante Unterschiede in der Handhabung des Nachlasses bedeuten.

Außerdem sind bei der Erstellung eines gemeinschaftlichen Testamentes verschiedene Szenarien in der Zukunft zu bedenken, um entsprechende Klauseln in das Testament einzubauen. Überlegungen, die unter anderem unbedingt getätigt werden sollten sind:

  • Was soll passieren wenn eines der Kinder schon nach dem Tod des ersten Ehepartners seinen Pflichtteil verlangt?
  • Oder wie soll mit dem Nachlass verfahren werden, wenn der längerlebende Ehegatte wieder heiratet?
  • An solche Situationen sollte unbedingt jetzt schon gedacht werden, um Konflikte in der Zukunft zu vermeiden.
Gerhard Ruby wird seit 20 Jahren als Top-Anwalt für Erbrecht vom Focus ausgezeichnet.

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Vöhrenbacher Str. 4. 78050 Villingen-Schwenningen. Tel.: 07721 / 99 30 505

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