Gradualsystem: Erben nach Urgroßeltern werden nach Geburtennähe bestimmt

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Gradualsystem: Erben nach Urgroßeltern werden nach Geburtennähe bestimmt

Gradualsystem: Erben nach Urgroßeltern werden nach Geburtennähe bestimmt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Gradualsystem: Erben nach Urgroßeltern werden nach Geburtennähe bestimmt

Was unterscheidet das Erbrecht nach Linien von einem sog. Gradualsystem?

Erbrecht nach Linien bzw. Parentelsystem: Sollte der Erblasser keine Abkömmlinge haben, so kommen die gesetzlichen Erben zweiter Ordnung zum Zug, also seine Eltern und deren Abkömmlinge. Die Abkömmlinge erben aber nur, wenn ein Elternteil oder beide nicht mehr leben. Stammen Abkömmlinge nur von einem Elternteil, dann kommt es für ihr Erbrecht darauf an, ob gerade dieser Elternteil verstorben ist. Vor allem bei Halbgeschwistern ist es erheblich, ob das verstorbene Elternteil ihrer verwandtschaftlichen Linie angehört hat. Dies wird als Erbrecht nach Linien bezeichnet. Es gilt für die ersten drei Erbordnungen, also bis zu den Abkömmlingen der Großeltern. Unter den Abkömmlingen des verstorbenen Elternteils wird das Erbe so aufgeteilt, als wäre dieser Elternteil der Erblasser. Der andere Elternteil erbt nur allein, wenn der verstorbene Elternteil keine Abkömmlinge hat § 1925 Abs. 3 S. 2 BGB).

Gradualsystem: Das System der Erbfolge ändert sich aber ab der vierten Ordnung. Das Erbrecht nach Stämmen und Linien wird durch das Gradualsystem ersetzt. Dabei entscheidet die Gradnähe der Verwandtschaft, die Zahl der das Erbrecht vermittelnden Geburten. Auch in diesem System gilt, dass die zur Zeit des Erbfalls lebenden Urgroßeltern ihre Abkömmlinge von der Erbfolge ausschließen. Es gibt jedoch einen Unterschied: Es kommt nicht darauf an, ob ein Urgroßelternteil lebt, zu dessen Linie die Abkömmlinge gehören. Es ist nur entscheidend, dass ein Urgroßelternteil noch vorhanden ist, um das Erbrecht der Abkömmlinge aller Linien auszuschließen. Dieser Urgroßelternteil steht nämlich nach der Zahl der Geburten dem Erblasser näher als alle anderen Abkömmlinge. Mehrere Urgroßeltern erben zu gleichen Teilen (§ 1928 Abs. 2 BGB).

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Testamentsvollstrecker und Steuerpflichten – Richtig gefährlich!

Testamentsvollstrecker und Steuerpflichten – Richtig gefährlich!

Kindergeldbezug bleibt trotz Erbschaft des Abkömmlings bestehen

Kindergeldbezug bleibt trotz Erbschaft des Abkömmlings bestehen.  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Kindergeldbezug bleibt trotz Erbschaft des Abkömmlings bestehen 1. Der Ansicht, dass Erbschaften grundsätzlich nicht zu den Bezügen i.S.d. § 32 Abs. 4 S. 2 EStG zu zählen sind, folgt der erkennende Senat nicht. 2. Unter dem Gesichtspunkt der Unterhaltseignung des Zuflusses ist eine…

Ab wann beginnt die Zehnjahresfrist bei Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers?

Zehnjahresfrist bei einer Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Zehnjahresfrist bei einer Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers Frage: Mein Vater hat mir vor 9 Jahren und 11 Monaten sein Grundstück geschenkt. Damals blieb die Sache beim Grundbuchamt fast zwei Jahre liegen, ehe die Eintragung erfolgte. Mein Vater wird wohl im nächsten Jahr in eine…

Menü