Grundstücksschenkungen: Notar-, Grundbuch-, Steuerberatungs- und Gutachterkosten sind steuerlich abzugsfähig

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[ 10.01.2016 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Grundstücksschenkungen bis zu den Freibeträgen sind schenkungsteuerfrei. Geht der Schenkungswert darüber hinaus, ist Schenkungsteuer fällig. Daher ist es interessant zu wissen, ob die sogenannten Nebenkosten einer Schenkung, wie z.B. für den Notar, den Grundbucheintrag, Steuerberatungs- oder Rechtsanwaltskosten abzugsfähig sind.

  • Die allgemeinen Erwerbsnebenkosten, wie z. B. Kosten für Notar, Grundbuch oder Handelsregister sind als Folgekosten der Schenkung voll abzugsfähig und mindern die steuerliche Bemessungsgrundlage.
  • Aber: Trägt der Schenker diese Kosten, liegt eine weitere Schenkung vor, die den Zuwendungswert erhöht. Andererseits sind die Kosten wieder abzugsfähig. Ein Nullsummenspiel.
  • Vorsicht: Fallen im Vorfeld der Schenkung Steuerberatungs- oder Rechtsberatungskosten an, stehen diese nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schenkung. Deshalb können sie nicht abgezogen werden. 
  • Die Anwalts- oder Steuerberaterkosten des Beschenkten für die Erstellung der Schenkungsteuererklärung sind dagegen in vollem Umfang steuerlich abzugsfähig.
  • Wird ein Rechtsbehelfsverfahren oder ein finanzgerichtliches Verfahren erforderlich, können die entsprechenden Rechtsverfolgungskosten zur Abwehr der Entrichtung der eigenen Schenkungsteuer allerdings nicht steuermindernd geltend gemacht werden. Werden diese Aufwendungen vom Schenker getragen, handelt es sich auch hier um eine zusätzliche Schenkung.
  • Die Gutachterkosten für die Bewertung von Unternehmensvermögen und Grundstücken können in vollem Umfang abgezogen werden, wenn sie im Rahmen der Verpflichtung zur Abgabe der Feststellungserklärung angefallen sind.
  • Dies gilt aber nicht, wenn die Gutachterkosten erst in einem sich anschließenden Rechtsbehelfsverfahren oder einem finanzgerichtlichen Verfahren angefallen sind. Werden diese Kosten vom Schenker getragen, handelt es sich um eine zusätzliche Zuwendung.

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