Hinterlegtes Testament: Vorsicht bei Rücknahme aus öffentlicher Verwahrung

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Rücknahme aus öffentlicher Verwahrung. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Rücknahme aus öffentlicher Verwahrung

Jeder, der ein Testament errichtet, kann es beim zuständigen Verwahrungsgericht in die besondere amtliche Verwahrung geben. Verwahrungsgericht ist das Amtgsgericht (in Baden-Württemberg das Notariat). Das heißt, dass das Testament dann vom zuständigen Verwahrungsgericht dauerhaft aufbewahrt wird und damit sicher vor Verlust, Zerstörung oder Unterdrückung ist.

Derjenige, der ein Testament beim Verwahrungsgericht hinterlegt hat, kann dies auch jederzeit aus der amtlichen Verwahrung zurück holen. Hierbei ist jedoch dringend zu beachten, dass dies unter Umständen zur Unwirksamkeit des Testamentes führen kann.

Welche Auswirkungen eine Rücknahme aus der amtlichen Verwahrung hat, hängt davon ab, ob ein öffentliches Testament (also durch einen Notar beurkundet) oder ein eigenhändiges Testament (also ohne Zuhilfenahme eines Notars von Hand geschriebenes Testament) aus der besonderen amtlichen Verwahrung genommen wird.

Wenn ein öffentlich von einem Notar beurkundetes Testament aus der amtlichen Verwahrung zurück genommen wird, gilt es damit automatisch als widerrufen (vgl. § 2256 Abs. 1 BGB).

Nach der Rückgabe ist also das öffentliche Testament per se unwirksam, auch wenn dies der Testator so nicht wollte.

Bei einem eigenhändigen geschriebenen Testament bleibt das Testament auch nach der Rücknahme aus der amtlichen Verwahrung wirksam, wenn es weiterhin existent bleibt, beispielsweise Zuhause aufbewahrt wird. Auch das ist zu beachten, es gilt also weiter!

Insofern ist bei der Rücknahme aus der amtlichen Verwahrung dringend zwischen dem öffentlichen und dem eigenhändigen Testament zu unterscheiden.

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