Ich schulde dem Erblasser Geld. Kann ich verklagt werden, obwohl die angeblichen Erben keinen Erbschein vorlegen?

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Ich schulde dem Erblasser Geld. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Man sollte nicht unüberlegt beim Gericht losklagen. Wenn der Beklagte die Forderung anerkennt, muss der Kläger oft beide Anwälte und die Gerichtskosten zahlen 

Ich schulde dem Erblasser Geld. Kann ich verklagt werden, obwohl die angeblichen Erben keinen Erbschein vorlegen?

Verklagt werden kann man immer, aber die Frage ist, ob sie neben den Schulden auch die Gerichtskosten und Anwaltskosten zahlen müssen. Diese Kosten – auch des gegnerischen Anwalts – müssen Sie nur bezahlen, wenn sie Anlass zur Klage gegeben haben. Das ist dann der Fall, wenn Sie sich vor dem Prozess so verhalten haben, dass der Kläger davon ausgehen musste, ohne Hilfe des Gerichts sein Ziel nicht erreichen zu können. Als Schuldner des Erblassers geben Sie aber keinen Anlass zur Klage, wenn Sie nicht an den Erben Ihres Gläubigers leisten, bevor dieser ihm seine Erbenstellung nachgewiesen hat

§ 93 BGB Kosten bei sofortigem Anerkenntnis
Hat der Beklagte nicht durch sein Verhalten zur Erhebung der Klage Veranlassung gegeben, so fallen dem Kläger die Prozesskosten zur Last, wenn der Beklagte den Anspruch sofort anerkennt.

Haben Ihre Gegner sie zum Beispiel mit der Behauptung sie seien gesetzliche Erben ihres Gläubigers geworden, und Sie zum Beispiel auf Rückzahlung eines vom Erblasser gewährten Darlehens in Anspruch genommen, müssen Ihre Gegner vor dem Prozess nachweisen, dass sie Erben geworden sind. Der Nachweis der Erbenstellung erfolgt durch Erbschein. Wir der Erbschein erst mit der Klage beim Gericht vorgelegt, und Sie erkennen die – in Wirklichkeit bestehende – Forderung an, dann haben Sie nichts falsch, sondern alles richtig gemacht.


Ein Tipp von RA Ruby 

Das Gericht wird dann ein sogenanntes Anerkenntnisurteil erlassen und die Kosten des Rechtsstreits den Klägern auferlegen. Wie schon gesagt haben Sie durch Ihr vorprozessuales Verhalten keinen Anlass zur Klage gegeben. Um sich nicht der Gefahr einer doppelten Inanspruchnahme auszusetzen, waren Sie grundsätzlich berechtigt, von den angeblichen Erben. einen Nachweis ihrer Erbenstellung zu verlangen. In der Regel wird der Erbennachweis durch Erbschein geführt. Selbst wenn Ihnen als Schuldner die Stellung der Kläger. als gesetzliche Erben des Erblassers bekannt gewesen wäre, hätte dies im Hinblick auf die Möglichkeit abweichender letztwilliger Verfügungen durch den Erblasser nicht ausgereicht.

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