In welchen Testamenten können Wiederverheiratungsklauseln vorkommen und was bewirken sie?

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[ 20.12.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wiedervereinigungsklauseln können sowohl bei gemeinschaftlichen Ehegattentestamenten vorkommen, bei denen der überlebende Ehegatte Vollerbe wird und die Kinder Schlusserben (sogenannte „Einheislösung“) als auch bei solchen, die eine Vor- und Nacherbschaft (sog. „Trennungslösung“) anordnen. Bei der Trennungslösung bewirkt die Klausel, dass der Nacherbfall nicht nur mit dem Tode des überlebenden Ehegatten, sondern auch mit seiner Eheschließung eintritt und die Kinder dann Nacherben des erstverstorbenen Elternteils werden, wenn der überlebende Elternteil wieder heiratet.

Die Anordnung, dass der überlebende Ehegatte bei einer Wiederverheiratung den Nachlass des Erstverstorbenen an die Schlusserben herausgeben oder dass er sich mit ihnen nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge auseinander setzten muss, bedeutet für die Einheitslösung, dass eine Vollerbschaft mit einer durch die Wiederheirat aufschiebend bedingten Vor- und Nacherbschaft kombiniert wird und dass mit der Wiederverheiratung der Nacherbfall eintreten soll.

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