Vorteile muss man beantragen, Nachteile setzt das Finanzamt selber fest?

  1. Startseite
  2. B [Steuern sparen von A bis Z]
  3. Vorteile muss man beantragen, Nachteile setzt das Finanzamt selber fest?

Vorteile muss man beantragen, Nachteile setzt das Finanzamt selber fest? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Vorteile muss man beantragen, Nachteile setzt das Finanzamt selber fest?

Es gibt Rechtsgeschäfte, die steuerlich erst später wirken. Wird eine Schenkung oder ein Erbschaftsteuererwerb, von der das Finanzamt weiß, erst in zehn Jahren fällig (100.000 Euro in fünf Jahren nach dem Tod, der gerade verstorbenen A), dann setzt das Finanzamt in zehn Jahren von selbst die Steuern fest.

Hatte im umgekehrten Fall der Schenker bereits geschenkt und wurde die Schenkungsteuer schon bezahlt, wurde die Schenkung aber unter eine auflösende Bedingung gestellt (Rückzahlung, wenn du nicht den Meisterbrief in fünf Jahren hast), passiert von selbst gar nichts. Eigentlich müsste eine Berichtigung erfolgen. Die 100.000 wurden nicht geschenkt, sondern nur die Zinsen für die 5 Jahre. Nur für diese dürfte die Steuer einbehalten, der Rest müsste zurückgezahlt werden. Das geschieht aber nur, wenn der Beschenkte dies beantragt, wobei er eine Frist bis zum Jahresende des Bedingungseintritts zu beachten hat. Zu prüfen ist, ob nicht Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt werden kann.

§ 5 BewG Auflösend bedingter Erwerb
   (1) Wirtschaftsgüter, die unter einer auflösenden Bedingung erworben sind, werden wie unbedingt erworbene behandelt. Die Vorschriften über die Berechnung des Kapitalwerts der Nutzungen von unbestimmter Dauer (§ 13 Abs. 2 und 3, § 14, § 15 Abs. 3) bleiben unberührt.
   (2) Tritt die Bedingung ein, so ist die Festsetzung der nicht laufend veranlagten Steuern auf Antrag nach dem tatsächlichen Wert des Erwerbs zu berichtigen. Der Antrag ist bis zum Ablauf des Jahres zu stellen, das auf den Eintritt der Bedingung folgt.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Ist ein Übergabevertrag wirksam, wonach ich die Eltern nach dem Auszug nicht mehr versorgen muss?

Ist ein Übergabevertrag wirksam, wonach ich die Eltern nach dem Auszug nicht mehr versorgen muss?  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Ist ein Übergabevertrag wirksam, wonach ich die Eltern nach dem Auszug nicht mehr versorgen muss? Nein, eine solche Wegzugsklausel ist nicht unwirksam. Der Bundesgerichtshof hat das bereits 2009 entscheiden. Wenn in einem Übergabevertrag die als Gegenleistung…

Was sind „Rechtsgeschäfte unter Lebenden“ und „von Todes wegen“?

Was sind „Rechtsgeschäfte unter Lebenden“ und „von Todes wegen“? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Wodurch unterscheiden sich „Rechtsgeschäfte unter Lebenden“ und „Rechtsgeschäfte von Todes wegen“ (negotio inter vivos – mortis causa)? Ein Tipp von RA Ruby „Rechtsgeschäfte unter Lebenden“ werden schon bei Lebzeiten des / der Handelnden wirksam „Rechtsgeschäfte von Todes wegen“ regeln die Rechtsverhältnisse…

Schenkungsteuer für nichteheliche Lebensgefährtin

Schenkungsteuer für nichteheliche Lebensgefährtin. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Schenkungsteuer für nichteheliche Lebensgefährtin Frage: Ich lebe mit einem Lebensgefährten zusammen, heiraten wollen wir nicht mehr. Er will mir 100.000 Euro schenken. Wie viel Steuer fällt da an? Antwort: Sie müssen 24.000 Euro Schenkungsteuer zahlen, wie sich aus der nachfolgenden Rechnung ergibt. Erwerb: 100.000 Euro abzüglich Freibetrag:…

Menü