Ist die Errichtung eines Nachlassinventars sinnvoll?

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Ist die Errichtung eines Nachlassinventars sinnvoll? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ist die Errichtung eines Nachlassinventars sinnvoll?

Auch die Nachlassgläubiger haben ein Interesse daran festzustellen, was zum Nachlass gehört. Daher hat der Erbe auf Antrag eines Nachlassgläubigers in einer vom Nachlassgericht bestimmten Frist ein Verzeichnis des Nachlasses, ein Inventar, zu errichten (§ 1994 in Verbindung mit § 1993 BGB). Für den Erben kann die Errichtung eines Inventars ebenfalls vorteilhaft sein, denn die rechtzeitige Errichtung begründet im Verhältnis zwischen dem Erben und den Nachlassgläubigern die Vermutung, dass zur Zeit des Erbfalls weitere Nachlassgegenstände als die angegebenen nicht vorhanden sind (§ 2009 BGB). Dies hat Bedeutung, wenn der Erbe gegenüber den Nachlassgläubigern die Begleichung seiner Schulden verweigern kann, weil er nur mit dem Nachlass haftet und dieser erschöpft ist (vgl. §§ 1973, 1974, 1990, 1992). Hat der Erbe das Inventar nicht innerhalb der gesetzten Frist errichtet oder hat er unrichtige Angaben gemacht (§ 2005 Abs. 1 S. 1 BGB) oder die Erteilung einer Auskunft im Falle des § 2003 BGB verweigert oder in erheblichem Maße verzögert, dann haftet er unbeschränkt.

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