Kann bei einer Erbengemeinschaft eine teilweise Auseinandersetzung des Nachlasses verlangt werden?

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[ 07.11.2013 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Nein, nur in Ausnahmefällen.

Es gilt der Grundsatz dass keine Teilauseinandersetzung verlangt werden kann, sondern grundsätzlich der gesamte Nachlass auseinanderzusetzen ist. Wer eine Erbteilungsklage anstrengt muss als Kläger einen entsprechender Teilungsplan aufstellen.

Nur in Ausnahmefällen kann eine auf Personen oder bestimmte Nachlassteile beschränkte Teilerbauseinandersetzung stattfinden. Dann müssen besondere Gründe dies rechtfertigen und es dürfen Belange der Miterbengemeinschaft und der übrigen Miterben nicht beeinträchtigt werden.

In einem kürzlich vom OLG Koblenz entschiedenen Fall kam eine derartige Teilauseinandersetzung schon deshalb nicht in Betracht, weil der Nachlass nicht nur aus den im Klageantrag ersichtlichen Guthaben bestand, sondern darüber hinaus weitere Konten und Bargeld vorhanden war. Ferner bestanden Anhaltspunkte dafür, dass noch nicht alle Nachlassverbindlichkeiten berichtigt waren.

Quelle und Vertiefungshinweis: OLG Koblenz vom 9. 1. 2013, 3 W 672/1251 in ZEV 2013, 513 (Ls.).

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