Kann ich jemanden in einem Brief zum Erben einsetzen?

Druckansicht öffnen 

[ 17.01.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Ja, das geht. Aber die Erbeinsetzung in einem solchen Brieftestament muss eindeutig sein.

Hierzu ein Fall. In einem Brief an ihren Bruder schrieb eine Frau: „ … wenn mein Lebenslauf besiegelt ist, erbst du mein Geld.“ Die Frau, die mehrere Kinder hatte verstarb. Der Bruder meinte Erbe oder Vermächtnisnehmer des Geldes zu sein. Die anderen Geschwister machten dem Bruder das Erbe streitig. Das OLG Schleswig war der Auffassung, dass zwar das Schreiben eines Testamentes in Briefform unüblich sei, aber der handschriftliche Brief den formalen Anforderungen an ein Testament entspreche.

Die Errichtung eines privatschriftlichen Testaments ist auch in Briefform möglich. Ob der Erblasser bei der Verfassung eines handschriftlichen Briefes Testierwillen hat und sein Brief mithin eine letztwillige Verfügung enthält, muss in Abgrenzung von einer bloß unverbindlichen Mitteilung über eine mögliche Testierabsicht nach § 133 BGB unter Heranziehung auch außerhalb der Urkunde liegender Umstände ermittelt werden.
OLG Schleswig, Beschluss vom 29. 5. 2009 – 3 Wx 58/04

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü