Kann ich jemanden in einem Brief zum Erben einsetzen?

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Kann ich jemanden in einem Brief zum Erben einsetzen? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Kann ich jemanden in einem Brief zum Erben einsetzen?

Ja, das geht. Aber die Erbeinsetzung in einem solchen Brieftestament muss eindeutig sein.

Hierzu ein Fall. In einem Brief an ihren Bruder schrieb eine Frau: „ … wenn mein Lebenslauf besiegelt ist, erbst du mein Geld.“ Die Frau, die mehrere Kinder hatte verstarb. Der Bruder meinte Erbe oder Vermächtnisnehmer des Geldes zu sein. Die anderen Geschwister machten dem Bruder das Erbe streitig. Das OLG Schleswig war der Auffassung, dass zwar das Schreiben eines Testamentes in Briefform unüblich sei, aber der handschriftliche Brief den formalen Anforderungen an ein Testament entspreche.

Die Errichtung eines privatschriftlichen Testaments ist auch in Briefform möglich. Ob der Erblasser bei der Verfassung eines handschriftlichen Briefes Testierwillen hat und sein Brief mithin eine letztwillige Verfügung enthält, muss in Abgrenzung von einer bloß unverbindlichen Mitteilung über eine mögliche Testierabsicht nach § 133 BGB unter Heranziehung auch außerhalb der Urkunde liegender Umstände ermittelt werden.
OLG Schleswig, Beschluss vom 29. 5. 2009 – 3 Wx 58/04

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