Bleiben eigene Passagen aus Testament beim Tod des Partners geheim?

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Bleiben eigene Passagen aus Testament beim Tod des Partners geheim?

Bleiben eigene Passagen aus Testament beim Tod des Partners geheim? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Bleiben eigene Passagen aus Testament beim Tod des Partners geheim?

Ja, das können Sie. Sie haben ein berechtigtes Interesse daran, dass Ihre eigenen Verfügungen von Todes wegen nicht vor Ihrem eigenen Tod bekannt werden. Allerdings gibt es ein praktisches Problem. Sind die Verfügungen in der Wir-Form formuliert, sind das gleichzeitig auch die Verfügungen Ihres verstorbenen Partners und werden mitverlesen. In der Praxis kommt es also in der Regel dazu, dass auch die Verfügungen des überlebenden Ehepartners mitverlesen werden müssen, weil in der Regel in der Mehrheitsform formuliert wird.

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat dies für einen Erbvertrag, der aber einem Berliner Testament gleichkommt, so entschieden:

Nach dem Gesetz sind bei der Eröffnung eines Erbvertrags die Verfügungen des überlebenden Ehegatten weder zu verkünden noch sonst zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen, soweit sich diese ihrem Inhalt nach von denen des anderen Teils absondern lassen. Letzteres ist regelmäßig zu verneinen, wenn Ehegatten in der Mehrheitsform gemeinschaftlich verfügen.

Auch wenn nach dem Vorversterben des einen Ehegatten nur noch der Überlebende verfügt (hier: „Der Überlebende von uns beruft zu seinen Erben …”), fehlt es an einer (abtrennbaren) Einzelanordnung, sofern hierdurch die Rechtspositionen von gesetzlichen Erben und Pflichtteilsberechtigten betroffen sein könnten.

OLG Zweibrücken, Beschluss vom 25.7.2002 – Aktenzeichen: 3 W 141/02

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Erbfolge durch Gesetz, Testament oder vorweggenommene Erbfolge

Erbfolge durch Gesetz, Testament oder vorweggenommene Erbfolge. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Konstanz, Radolfzell, Villingen-Schwenningen, Rottweil Erbfolge durch Gesetz, Testament oder vorweggenommene Erbfolge Es werden drei Arten der Erbfolge unterschieden, wobei nur die beiden ersten zum eigentlichen Erbrecht zählen: Die gesetzliche Erbfolge, die gewillkürte Erbfolge und die nicht zum Erbrecht i.e.S. zu rechnenden vorweggenommene Erbfolge….

BGB: Wie unser Bürgerliches Gesetzbuch entstand

BGB: Wie unser Bürgerliches Gesetzbuch entstand

Bewertung des lebenslangen Nießbrauchs oder Wohnrechts

Bewertung des lebenslangen Nießbrauchs oder Wohnrechts. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Das Bundesfinanzministerium teilte zur Bewertung einer lebenslänglichen Nutzung oder Leistung mit: Vervielfältiger für Bewertungsstichtage ab 1. Januar 2014 GZ IV D 4 – S 3104/09/10001 DOK 2013/1159444 Das Statistische Bundesamt wird im Jahr 2013 keine aktuelle Sterbetafel veröffentlichen. Daher bleiben gemäß § 14 Abs….

Menü