Landgut: Landwirtschaft ist bei der Vererbung privilegiert

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Villingen-Schwenningen, Baden-Württemberg

Landwirtschaft ist bei der Vererbung privilegiert

Ein Landgut ist eine Besitzung, die eine zum selbständigen und dauernden Betrieb der Landwirtschaft geeignete und bestimmte Wirtschaftseinheit darstellt und mit den nötigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden versehen ist.

Zur Landwirtschaft zählen

  • Ackerbau
  • Viehzucht
  • Weinbau
  • Forstwirtschaft
  • Gärtnerei

Die Besitzung muss eine ausreichende Größe haben und als selbständige Nahrungsquelle dienen. Der Betrieb kann auch im Nebenberuf geführt werden, sofern er nur zu einem erheblichen Teil zum Lebensunterhalt des Inhabers beiträgt.

Sowohl bei einer Teilungsanordnung wie im Pflichtteilsrecht, wird ds Landgut nach dem sog. Ertragswert bewertet. Der Verkehrswert ist oft um ein Vielfaches (oft vier bis zehnfach) höher als der Ertragswert

Der Ertragswert gilt allerdings nicht, wenn der übernehmende Mit- oder Alleinerbe nicht zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehört. Pflichtteilsberechtigt sind die Abkömmlinge, der Ehepartner und in den Fällen, in denen der Erblasser kinderlos verstarb, die Eltern des Erblassers.

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