Leibesfrucht: Das nach dem Erbfall geborene Kind kann Erbe werden

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Villingen-Schwenningen

Leibesfrucht

Grundsätzlich kann nur der bereits lebende Mensch erben. Denn nur der lebende Mensch kann Träger von Rechten, also auch des Erbrechts oder von Vermächtnisnansprüchen, sein. Es gibt aber Ausnahmen:

  • Der  sogenannte „nasciturus“ (das ist Latein und bedeutet in etwa „der in Zukunft geboren werdende“) ist die berühmteste Ausnahme. Das deutsche Wort dafür ist die „Leibesfrucht“. Es kann also der im Zeitpunkt des Erbfalls bereits gezeugte aber noch nicht geborene „Mensch“ Erbe werden, wenn er später nur lebend zur Welt kommt. Er gilt dann als im Zeitpunkt des Erbfalls geboren; aber nur wenn er später tatsächlich geboren wird.
  • Kinder, die im Zeitpunkt des Erbfalls noch nicht einmal gezeugt sind, können unter gewissen Voraussetzungen als Nacherben in Betracht kommen.

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