Nacherbe: Worin liegt der Unterschied zum Ersatzerben?

  1. Startseite
  2. N
  3. Nacherbe: Worin liegt der Unterschied zum Ersatzerben?

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Der Nacherbe ist bei einem Erb-Staffellauf der Zielläufer, ein Ersatzerbe ist lediglich ein Ersatzmann, der überhaupt nur als Erbe zum Zuge kommt, wenn ein anderer ausfällt.

Oder juristischer formuliert:

Dem Nacherben geht zunächst immer ein anderer als Erbe vor, der sogenannte Vorerbe. Dies ist bei der Ersatzerbschaft ausgeschlossen, weil dort vorausgesetzt ist, dass der Ersatzerbe an die Stelle des zunächst als Erbe berufenen tritt. Der Ersatzerbe ist immer unmittelbarer Erbe, vor ihm hat noch niemand zuvor als Erbe den Nachlass übernommen. Diese Begrifflichkeiten werden oft verwechselt. Daher ist bei Zweifeln bei der Testamentsauslegung davon auszugehen, dass eine Ersatzerbschaft vorliegt (§ 2102 Abs. 2 BGB). Beispiel: „Als Erbe kommt erst der A, dann der B“. Kommt es hier aufgrund des Wortlauts zu Zweifeln ob entweder A Vorerbe und B Nacherbe oder A Vollerbe und B nur Ersatzerbe ist, dann gilt die Auslegungsregel, dass B Ersatzerbe ist und somit A Vollerbe.

Die Einsetzung eines Nacherben kann auch als Einsetzung eines Ersatzerben verstanden werden, der beim Wegfall des Vorerben dann die Erbenstellung übernimmt (§ 2102 Abs. 1 BGB). Beispiel: A ist als Vorerbe eingesetzt und B als Nacherbe. A stirbt aber vor dem Erblasser. Jetzt gilt B als Ersatzerbe des A und wird an dessen Stelle Erbe.

§ 2102 BGB Nacherbe und Ersatzerbe

(1) Die Einsetzung als Nacherbe enthält im Zweifel auch die Einsetzung als Ersatzerbe.

(2) Ist zweifelhaft, ob jemand als Ersatzerbe oder als Nacherbe eingesetzt ist, so gilt er als Ersatzerbe.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kann ich mit der Vorsorgevollmacht meinen Vater bei Gericht vertreten?

Kann ich mit der Vorsorgevollmacht meinen dementen Vater vor Gericht vertreten? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby. RUBY. Erbrecht. Rottweil, Villingen, Radolfzell, Konstanz Kann ich mit der Vorsorgevollmacht meinen dementen Vater vor Gericht vertreten? Ja, nach § 51 Abs. 3 ZPO: § 51 ZPO Prozessfähigkeit; gesetzliche Vertretung; Prozessführung (1) Die Fähigkeit einer Partei, vor Gericht zu…

Kann der Testamentsvollstrecker Schulden machen, die dann die Erben selber bezahlen müssen?

Druckansicht öffnen  [ 06.07.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Dies ist streitig und nocht nicht abschließend geklärt. Die einen sagen „ja“, die anderen sagen „nein“. Nach wohl richtiger Auffassung kann der Testamentsvollstrecker nur den Nachlass, nicht aber die Erben mit ihrem Privatvermögen verpflichten. Sollen die Erben auch mit ihrem Privatvermögen haften, dann müssen sie…

Testamentsvollstreckung: Was ist ein Teilungsplan?

Druckansicht öffnen  [ 02.07.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Der  Testamentsvollstrecker legt vor der Teilung des Nachlasses einen sogenannten Teilungsplan den Miterben vor. Der Teilungsplan ist verbindlich. Die Erben haben also kein Mitspracherecht. Der Teilungsplan muss allerdings korrekt sein.  Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland…

Menü