Pfichtteil bei Ausgleichung von Ausstattungen

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[ 12.05.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Für die Pflichtteilsberechnung sind nach §§ 2316, 2050 ff BGB auszugleichen

  • Ausstattungen
  • Zuwendungen für die Ausbildung nach § 2050 Abs. 2 BGB und
  • Zuwendungen, bei denen der Erblasser die Ausgleichung angeordnet hat

Wie man rechnet, soll am Besten an einem Beispiel erklärt werden:

Erblasser E hinterlässt seine Frau W und die drei Kinder A, B und C.A hat als Ausstattung 200 bekommen, B 150. Ausstattungen sind immer auszugleichen. W ist Alleinerbin. Der Nachlass beträgt 500.

Die Witwe W nimmt als Ehefrau an der Ausgleichung nicht teil. Deshalb ist ihr gesetzlicher Erbteil von 1/2 von der Ausgleichung auszunehmen. Unter den Kindern wären dann nach dem Gesetz nur noch 250 zu verteilen. 

Ausgleichungsnachlass = Realnachlass für die Kinder + Vorempfänge der Kinder = 250 + 200 + 150 = 600.

Der gesetzliche Erbteil für A, B und C beträgt hiervon 1/3 (Witwe ist ja nicht mehr dabei), also 200.

Hiervon sind die Vorempfänge abzuziehen, also:

Bei A beträgt der Ausgleichungserbeil 200 – 200 = 0

Bei B 200 – 150 = 50

Bei C 200

Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils: Also bei

A = 0

B = 25

C = 100

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