Pflichtteil durch Schenkungen verhindern?

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Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Wer als Kind oder Ehegatte enterbt ist, hat trotzdem seinen Anspruch auf den Pflichtteil. Dieser kann bis zu 50 % des Nachlasswertes betragen und ist in Geld auszuzahlen. Viele Eltern stellen sich daher die Frage, ob und wie man „böse“ Kinder auch um diesen Pflichtteil bringen kann.

So wird häufig Vermögen auf die „braven“ Kinder schon zu Lebzeiten übertragen, um das „böse“ Kind um den Pflichtteil zu bringen.

Ganz so einfach geht es aber nicht.

Der Pflichtteilsberechtigte kann nämlich wegen solcher Schenkungen Ansprüche auf Pflichtteilsergänzung gegenüber den/die Erben geltend machen kann; jedenfalls immer dann, wenn seit der Schenkung noch keine zehn Jahre vergangen sind. Allerdings fängt diese Zehnjahresfrist gar nicht zu laufen an, wenn sich der Erblasser die Nutzung des Eigentums durch Eintragung eines Wohnrechts bzw. sonstigen Nießbrauchrechts weiterhin vorbehält und somit wirtschaftlich betrachtet immer noch der „Herr im Hause“ ist. Dann gibt es also den Pflichtteilsergänzungsanspruch, selbst wenn die Schenkung vor 20 oder 30 Jahren erfolgte.

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