Pflichtteil: Wann ist der überlebende Ehegatte pflichtteilsberechtigt?

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Es gilt der Grundsatz, dass der überlebende Ehegatte (nur) pflichtteilsbererechtigt ist, wenn ihm – ohne Testament – ein gesetzliches Erbrecht zusteht. Das wäre zum Beispiel bei einem Erb. oder Pflichtteilsverzicht des überlebenden Ehegatten nicht der Fall.

Ist der überlebende Ehegatte – wie regelmäßig – pflichtteilsberechtigt, gilt für die Höhe des Pflichtteils, dass dieser von der Höhe des gesetzlichen Erbteils abhängig ist (nämlich die Hälfte ausmacht).

Der gesetzliche Erbteil ist unterschiedlich, je nachdem in welchem Güterstand die Eheleute verheiratet waren.

  • Beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, den man normalerweise hat, wenn man nicht beim Notar einen Ehevertrag gemacht hat (93 % der Deutschen) beträgt der gesetzliche Erbteil 1/2 und somit der Pflichtteil 1/4. Wird der überlebende Ehegatte nicht Erbe und steht ihm auch kein Vermächtnis zu, kann er nur den Zugewinnausgleich und den sogenannten „kleinen Pflichtteil“ von 1/8 geltend machen.
  • Bei der Gütertrennung verändert sich der gesetzliche Erbteil und somit der Pflichtteil nach der Kinderzahl. Der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten kann aber nie unter 1/4 absinken, so dass der Pflichtteil immer mindestens 1/8 beträgt. Hatten die Eheleute nur ein Kind beträgt der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten 1/2 und der Pflichtteil somit 1/4. Hatten die Eheleute zwei Kinder beträgt der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten 1/3 und der Pflichtteil somit 1/6. Ab drei Kindern beträgt der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten immer 1/4 und der Pflichtteil somit immer 1/8.
  • Bei der Gütergemeinschaft beträg der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten 1/4 und der Pflichtteils somit 1/8.

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