Pflichtteilsrestanspruch oder Pflichtteilsergänzung – Worin liegt der Unterschied?

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Pflichtteilsrestanspruch oder Pflichtteilsergänzung, Spezialist für Erbrecht Gerhard Ruby klärt auf

Der Pflichtteilsrestanspruch schützt vor letztwilligen und der Pflichtteilsergänzungsanspruch vor lebzeitigen Verfügungen des Erblassers.

Der Pflichtteilsrestsanspruch ist in den §§ 2305 und 2307 BGB geregelt:

§ 2305 Zusatzpflichtteil
Ist einem Pflichtteilsberechtigten ein Erbteil hinterlassen, der geringer ist als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, so kann der Pflichtteilsberechtigte von den Miterben als Pflichtteil den Wert des an der Hälfte fehlenden Teils verlangen. Bei der Berechnung des Wertes bleiben Beschränkungen und Beschwerungen der in § 2306 bezeichneten Art außer Betracht.

§ 2307 Zuwendung eines Vermächtnisses

(1) Ist ein Pflichtteilsberechtigter mit einem Vermächtnis bedacht, so kann er den Pflichtteil verlangen, wenn er das Vermächtnis ausschlägt. Schlägt er nicht aus, so steht ihm ein Recht auf den Pflichtteil nicht zu, soweit der Wert des Vermächtnisses reicht; bei der Berechnung des Wertes bleiben Beschränkungen und Beschwerungen der in § 2306 bezeichneten Art außer Betracht.

(2) Der mit dem Vermächtnis beschwerte Erbe kann den Pflichtteilsberechtigten unter Bestimmung einer angemessenen Frist zur Erklärung über die Annahme des Vermächtnisses auffordern. Mit dem Ablauf der Frist gilt das Vermächtnis als ausgeschlagen, wenn nicht vorher die Annahme erklärt wird.
Erhält ein Pflichtteilsberechtiger also im Testament einen Erbteil oder einen Pflichtteil, der im Wert unter dem Pflichtteil liegt, kann er verlangen, dass ihm die Differenz mit Geld "aufgefüllt" wird.
§ 2325 Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen
(1) Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird.

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch aus § 2325 BGB schützt vor Geschenken, die der Erblasser zu seinen Lebzeiten anderen macht, um den Nachlass auszuhöhlen. Die Geschenke werden zum Schutz des Pflichtteilsberechtigten so behandelt, als seien sie noch im Nachlass vorhanden.

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