Praktisch aber unwirksam: Ehegattentestament mit Blanko-Unterschrift

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Praktisch aber unwirksam: Ehegattentestament mit Blanko-Unterschrift. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Praktisch aber unwirksam: Ehegattentestament mit Blanko-Unterschrift

Frage:

Mein Mann verreist viel. Ein Ehegattentestament haben wir noch nicht errichtet. Er hat mir mal eine Blankounterschrift geleistet. Sollte er auf einer Geschäftsreise versterben, soll ich darüber das Testament schreiben, wie ich es brauche. Wenn nichts besonderes passiert, soll ich ein Berliner Testament drüber schreiben, also dass wir uns gegenseitig zu Erben einsetzen und die Kinder zu Schlusserben. Ist das nicht praktisch?

Antwort:

Praktisch wäre das schon, aber leider ist ein solches Testament unwirksam. Die Unterschrift ist unter einen feststehenden und gemeinschaftlich besprochenen Text zu schreiben. Der Text soll dem Unterschreibenden die Möglichkeit geben alles durchzulesen und dann nach der Entscheidung, dass dies alles auch seinem letzten Willen entspricht zu unterschreiben. Genau das ist bei einer Blankounterschrift nicht möglich. Deshalb ist Ihr Blankotestament unwirksam, auch wenn das Ganze nicht rauskommt und als wirksames Testament behandelt wird. Aber sie wissen ja: der Teufel ist ein Eichhörnchen.

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