Rechtswahl vor dem 17.8.2015: Für Ausländer gilt ausländisches Erbrecht, können aber deutsches Erbrecht für Immobilien wählen

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Achtung: Seit 17. August 2015 gilt eine andere Rechtslage. Dieser Artikel betrifft die Rechtslage für Erbfälle vor dem 17.8.2015

Der deutsche Erblasser kann in seinem Testament nicht einfach wählen, dass sein Nachlass nach ausländischem Recht vererbt wird. Er kann grundsätzlich  nur nach deutschem Recht vererben.

Das deutsche Rechts sieht vor, dass der Erblasser grundsätzlich nach dem Recht des Staates beerbt wird, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt. Ein Italiener wird also auch in Deutschland nach italienischem Erbrecht beerbt, ein Deutscher immer nach deutschem Erbrecht. Ein Deuscher kann also in seinem Testament nicht anordnen, dass er nach österreichischem oder italienischem oder sonstigem Erbrecht beerbt werden möchte.

Allerdings kann der ausländische Erblasser in seinem Testament verfügen, dass für seine in Deutschland belegenen Grundstücke bzw. sein sonstiges unbewegliches Vermögen deutsches Erbrecht gelten soll. Trifft z.B. ein Italiener eine solche Rechtswahl würden seine in Deutschland belegenen Immobilien nach deutschem Erbrecht vererbt, sein sonstiger Nachlass (Geld in Deutschland und Italien, Grundstücke in Italien) würden nach italienischem Erbrecht vererbt.

Die EU plant ein neues Recht, wonach grundsätzlich für EU Bürger gilt, dass sie nach dem Recht des letzten Wohnsitzes beerbt werden. Sie können aber wählen, dass sie nach ihrem Heimartrecht beerbt werden. Dies ist aber noch Zukunftsmusik.

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