BGB § 2202 Annahme und Ablehnung des Amts des Testamentsvollstreckers

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

1. Wann beginnt die Testamentsvollstreckung?

Wenn der Verstorbene für die Abwicklung seines Nachlasses einen Testamentsvollstrecker eingesetzt, beginnt dessen Amt als Testamentsvollstrecker nicht sofort mit dem Todesfall.

Nach § 2202 BGB beginnt nämlich das Amt des Testamentsvollstreckers erst in dem Zeitpunkt, in dem der zum Testamentsvollstrecker Ernannte sein Amt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht annimmt. Erforderlich ist also eine Annahmeerklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

§ 2202 BGB Annahme und Ablehnung des Amts
   (1) Das Amt des Testamentsvollstreckers beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Ernannte das Amt annimmt.
   (2) Die Annahme sowie die Ablehnung des Amts erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht. Die Erklärung kann erst nach dem Eintritt des Erbfalls abgegeben werden; sie ist unwirksam, wenn sie unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung abgegeben wird.
   (3) Das Nachlassgericht kann dem Ernannten auf Antrag eines der Beteiligten eine Frist zur Erklärung über die Annahme bestimmen. Mit dem Ablauf der Frist gilt das Amt als abgelehnt, wenn nicht die Annahme vorher erklärt wird.

Vor allem wenn der Testamentsvollstrecker erst durch die Testamentseröffnung überhaupt davon erfährt, dass er Testamentsvollstrecker sein soll und Testamentsvollstreckung angeordnet ist, kann zwischen dem Todestag und dem Beginn des Amts als Testamentsvollstrecker ein mehrwöchiger, je nach der Bearbeitungsdauer des Nachlassgerichts sogar ein mehrmonatiger Zeitraum liegen.

Dies ist natürlich oft nicht im Sinne des Erblassers, da dieser ja den Testamentsvollstrecker einsetzt, damit dieser unverzüglich den Nachlass verwaltet und vor allem auch sichert.

In der Praxis kann hier Abhilfe geschaffen werden, indem derjenigen Person, die Testamentsvollstrecker werden soll, zusätzlich eine postmortale Vollmacht erteilt wird.

Hierbei handelt es sich um eine Generalvollmacht, die erst ab dem Todestag (in aller Regel in Verbindung mit einer Sterbeurkunde) gültig ist. Man nennt diese Vollmacht postmortale Vollmacht, weil sie erst nach dem Tod (post = nach) gilt. Dann kann nämlich die als Testamentsvollstrecker auserwählte Person bereits unmittelbar mit dem Tode mit der Nachlasssicherung und Verwaltung beginnen.

Dann spielt es auch keine Rolle, wie schnell das Nachlassgericht die Testamente oder Erbverträge eröffnet und den Testamentsvollstrecker hierüber informiert.

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