Seit 2015 wird in Europa nach neuen Regeln vererbt

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Seit 2015 wird in Europa nach neuen Regeln vererbt. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Seit 2015 wird in Europa nach neuen Regeln vererbt

Wer ein Ferienhaus in Spanien hat oder in der Tschechei oder Polen im Seniorenheim gepflegt wird, muss aufpassen. Seit 17. August wird in Europa nach neuen Regeln vererbt.

Was gilt seit 2015?

Die neue Europäische Erbrechtsverordnung schafft das Prinzip, dass sich das Erbrecht nach der Staatsangehörigkeit des Verstorbenen richtet ab. Starb bis 16.8.2015 ein Deutscher galt deutsches Erbrecht. Für Todesfälle ab dem 17.8.2015 ist dies nicht mehr so. Ab jetzt gilt bei Todesfällen das Erbrecht des Landes, in dem der Deutsche lebte. Ein Deutscher, der in seinem Apartment an der Costa Blanca seinen Ruhestand verbringt, wird jetzt also nach spanischem Erbrecht beerbt.

Gilt das auch für mich?

Ja.

  • Leben Sie in Deutschland, gilt für Sie deutsches Erbrecht.
  • Wenn Sie aber Ihren Lebensabend im Ausland verbringen oder im Ausland arbeiten, dann gilt für Sie ausländisches Erbrecht.

Wer in Spanien auf seiner Finca lebt, wird nach spanischem Erbrecht beerbt. Wer im tschechischen Pflegeheim gepflegt wird, für den gilt tschechisches Erbrecht usw.

Wie lange muss ich im Ausland leben bis ich das deutsche Erbrecht verliere?

Diese Frage beantwortet die neue Erbrechtsregelung leider nicht. Dort wird nur gesagt, dass das Erbrecht des „letzten gewöhnlichen Aufenthaltes“ gilt. Wer in seiner Ferienimmobilie im Ausland nur Urlaub macht, für den gilt weiter deutsches Erbrecht. Wer aber nach dem Arbeitsleben seinen Ruhestand dort verbringt und dauerhaft an die Costa Blanca umzieht, der wird nach spanischem Erbrecht beerbt.

Gilt das auch für Ausländer, die in Deutschland leben?

Ja. Wenn Sie Ausländer sind, gilt das natürlich mit umgekehrtem Vorzeichen auch für Sie, wenn Sie in Deutschland leben und arbeiten. Für sie gilt dann deutsches Erbrecht.

Ist das neue Erbrecht für mich gefährlich?

Auf jeden Fall. Die Erbrechte in Europa sind sehr verschieden. In manchen Ländern kommt der Ehegatte beim Erben schlechter weg als in Deutschland. In anderen Ländern gibt es keinen Pflichtteil wie in Deutschland oder er ist schwächer oder stärker als bei uns. Da kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen.

Was kann ich tun?

Mit einem Testament können Sie verhindern, dass für Sie ausländisches Erbrecht gilt. Sie schreiben einfach, dass Sie deutsches Erbrecht wählen, egal wo Sie sich aufhalten.

Ist mein altes Testament jetzt wertlos?

Nein. Bei einem Testament, das in Deutschland errichtet wurde, gilt in der Regel deutsches Erbrecht weiter. Das ist aber nur eine Zweifelsregelung. Wer Sicherheit will und um Ausland lebt, sollte einen Nachtrag machen, dass er deutsches Erbrecht wählt und den Nachtrag unterschreiben.

Wie mache ich mein Testament?

Am Besten Sie schreiben handschriftlich zunächst alles auf, wie Sie es gerne hätten und unterschreiben dieses Testament. Danach gehen Sie unbedingt zu einem Fachanwalt für Erbrecht, der Ihr Testament überprüft. Ist alles gut, können Sie das Testament so lassen wie es ist. In der Regel wird er aber Sie ein fachmännisches Testament entwerfen, dass Sie dann wieder handschriftlich abschreiben und unterschreiben. Sie können es dann beim Amtsgericht hinterlegen.

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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