Kinder im Berliner Testament: Erben des vor- oder nachverstorbenen Ehegatten?

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Kinder im Berliner Testament: Erben des vor- oder nachverstorbenen Ehegatten? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Kinder im Berliner Testament: Erben des vor- oder nachverstorbenen Ehegatten?

Bestehen wegen dieser Frage nach dem Testamentsinhalt Zweifel gilt § 2269 BGB. Danach ist im Zweifel anzunehmen, dass die Kinder für den gesamten Nachlass als Erben des zuletzt versterbenden Ehegatten eingesetzt sind. Es gilt das sogenannte Einheitsprinzip (der beiderseitige Nachlass verschmilzt nach dem Tod des erstverstorbenen Ehegatten in der Hand des überlebenden Ehegatten zu einer Einheit) im Gegensatz zum Trennungsprinzip (der überlebende Ehegatte hat weiterhin sein Eigenvermögen und davon getrennt die Vorerbschaft, die vom erstverstorbenen Ehegatten stammt).

§ 2269 BGB Gegenseitige Einsetzung
   (1) Haben die Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament, durch das sie sich gegenseitig als Erben einsetzen, bestimmt, dass nach dem Tode des Überlebenden der beiderseitige Nachlass an einen Dritten fallen soll, so ist im Zweifel anzunehmen, dass der Dritte für den gesamten Nachlass als Erbe des zuletzt versterbenden Ehegatten eingesetzt ist.
   (2) Haben die Ehegatten in einem solchen Testament ein Vermächtnis angeordnet, das nach dem Tode des Überlebenden erfüllt werden soll, so ist im Zweifel anzunehmen, dass das Vermächtnis dem Bedachten erst mit dem Tode des Überlebenden anfallen soll.

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