Steuerpflicht: Unbeschränkt oder beschränkt – Was ist besser?

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Gerhard Ruby ist Focus-Topanwalt für Erbrecht 2020

Beschränkte und Unbeschränkte Steuerpflicht

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer wird wie bei den Personensteuern zwischen der unbeschränkten und der beschränkten Steuerpflicht unterschieden.

  • Unbeschränkt steuerpflichtig ist der Erwerb von Todes wegen, sofern der Erblasser zur Zeit seines Todes oder der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer Inländer war. Es muss also nur einer in Deutschland wohnen. Auch wenn der Vater schon 20 Jahre im Ausland lebt, muss der in Deutschland lebende Sohn das Auslandsvermögen versteuern, sofern die deutsche Erbschaftsteuer höher als die im Ausland gezahlte ausfällt (Doppelbesteuerung mit Anrechnung). Bei Schenkungen kommt es für die unbeschränkte Steuerpflicht darauf an, dass der Schenker oder der Beschenkte im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG).
  • Ist weder der Erblasser bzw. Schenker noch der Erwerber im Inland ansässig, so greift nur die beschränkte Steuerpflicht, wenn Gegenstand des Erwerbs Inlandsvermögen i. S. des Bewertungsgesetzes (§ 121 BewG) ist (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG). Geldvermögen gehört nicht zum Inlandsvermögen, da es nicht in § 121 BewG aufgezählt ist. Sind am Erbgang also nur beschränkt Steuerpflichtige beteiligt, kann das Geldvermögen steuerfrei vererbt werden. Beschränkt Steuerpflichtige haben aber nur einen Freibetrag von 2.000 Euro. Leben sie in Europa können sie zwar den höheren Freibetrag, z.B. 400.000 für Kinder beantragen, müssen dann aber auch das Geldvermögen, das sie erben, versteuern.

Beachte:  Schuldner der Erbschaft- oder Schenkungsteuer sind die an dem Erwerbsvorgang beteiligten Personen. Bei einem Erwerb von Todes wegen ist jeder einzelne Erwerber Steuerschuldner für seinen Vermögensanfall. Bei einer Schenkung ist neben dem Beschenkten auch der Schenker Steuerschuldner, und zwar als Gesamtschuldner.

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