Steuerrecht: Erbengemeinschaft als selbstständiger Rechtsträger

  1. Startseite
  2. Tipps & Tricks
  3. Steuerrecht: Erbengemeinschaft als selbstständiger Rechtsträger

Druckansicht öffnen 

[ 09.05.2014 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Eine Erbengemeinschaft kann (zumindest im Steuerrecht) selbstständiger Rechtsträger sein

Der Bundesfinanzhof hat in einer aktuellen Entscheidung festgestellt, dass eine Erbengemeinschaft ein selbstständiger Rechtsträger im Sinne des Grunderwerbsteuerrechts sein kann. Erlangt eine Erbengemeinschaft insgesamt mehr als 95 % der Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft, wird sie nach § 1 Abs. 3 Nr. 1 Grunderwerbsteuergesetz so behandelt, als habe sie das Grundstück von der Gesellschaft erworben. Diese Entscheidung betritt juristisches Neuland, wobei die Entscheidung speziell für den Bereich der Grunderwerbsteuer erging. Im Zivilrecht gilt nach wie vor, dass die Erbengemeinschaft kein selbstständiger Rechtsträger ist. Eine solche Tendenz ist im Zivilrecht auch nicht absehbar, so dass diese Entscheidung auf das eigentliche Erbrecht keine Auswirkung haben dürfte.

(BFH Urteil vom 12.02.2014, Az. II R 46/12)

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Zuschlag bei der Versteigerung des Nachlassgrundstückes

Zuschlag. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Zuschlag Mit dem Begriff  „Zuschlag“ bezeichnet man bei einer Versteigerung die Annahme des Meistgebots eines Bieters durch den Versteigerer. Dem Zuschlag an den Meistbietenden soll ein dreimaliger Aufruf vorausgehen. Im  Rahmen einer bei Erbengemeinschaften häufigen Teilungsversteigerung eines Nachlassgrundstücks wird der Zuschlag durch einen besonderen Beschluss des Versteigerungsgerichts erteilt, der nur…

Gilt im Erbfall deutsches Eherecht bei einer deutsch-schweizer oder deutsch-österreichischen Ehe in Deutschland?

Druckansicht öffnen  [ 01.10.2014 ] Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Gilt im Erbfall deutsches Eherecht bei einer deutsch-schweizer oder deutsch-österreichischen Ehe in Deutschland? Diese Frage hat große Bedeutung für die Erbquoten nach dem deutschen Erb- und Eherecht. Je nachdem, ob die Eheleute im Güterstand der deutschen Zugewinngemeinschaft, der Gütertrennung oder Gütergemeinschaft verheiratet sind, gelten unterschiedliche…

Nicht verheiratet stirbt man gefährlich

Lebensgefährten sterben gefährlich Erklärt von Gerhard Ruby,  Anwalt für Erbrecht in Villingen, Konstanz, Radolfzell und Rottweil Kein Erbrecht nach dem Gesetz Wer nicht verheiratet zusammenlebt, erbt nach dem Gesetz nichts. Ohne Testament geht der nichteheliche Lebensgefährte also leer aus. Man kann aber auch ohne Trauschein erben, nämlich durch Testament. Berliner Testament unwirksam Zu beachten ist…

Menü