Stiftung: Gehen die Erben wirklich stiften?

  1. Startseite
  2. S [Steuern sparen von A bis Z]
  3. Stiftung: Gehen die Erben wirklich stiften?
Gerhard Ruby ist Focus-Topanwalt für Erbrecht 2020

 

Stiftung

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Als Stiftung bezeichnet man zweierlei, nämlich

  • einmal das Stiftungsgeschäft, d.h. den Vorgang, der zur Errichtung der Stiftung führt. Die Stiftung kann unter Lebenden oder von Todes wegen (in einem Testament) errichtet werden.
  • zum anderen die Stiftung selbst, als eine vom Stifter zugunsten eines bestimmten Zwecks bereitgestellte Vermögensmasse, die keiner natürlichen Person gehört („Die Stiftung gehört sich selbst“).

Die Einbringung von Vermögen in eine neu errichtete oder bereits bestehende Stiftung unterliegt grundsätzlich (Ausnahme: gemeinnützige Stiftung und Familienstiftung, s.u.) der Schenkungsteuer. Die Besteuerung erfolgt nach der ungünstigsten Erbschaft- bzw. Schenkungsteuerklasse III, d.h.

  • mit einem Freibetrag von nur 20.000 Euro
  • und mit einer Besteuerung des über dem Freibetrag liegenden Zuwendungswertes mit 30 bis 50 Prozent

Das gilt auch dann, wenn der Zuwendende bei einer Familienstiftung deren einziger Begünstiger ist.

Der Ertrag, den die Stiftung erzielt unterliegt der Körperschaftsteuer und beim Betrieb eines Gewerbes auch noch der Gewerbesteuer.

Ausnahme: Gemeinnützige Stiftungen sind hinsichtlich Zuwendungen von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.

Spenden in den Vermögensstock einer gemeinnützigen Stiftung (oder einer Stiftung des öffentlichen Rechts) können auf Antrag des Steuerpflichtigen im Spendenjahr und in den folgenden neun Jahren bis zu einem Gesamtbetrag von 1 Million Euro als Sonderausgaben einkommensteuermindernd abgezogen werden.

Ausnahme Familienstiftung: Hier wird  bei der Errichtung die Steuerklasse zugrunde gelegt, die zwischen dem Stifter und dem entferntesten Begünstigten gilt; sind also nur der Ehegatte und Abkömmlinge Begünstigte, gilt die Schenkungsteuerklasse I.

Ansonsten gilt hier die sog. Erbersatzbesteuerung: Hier wird alle dreißig Jahre der Erbfall unterstellt, wobei ein doppelter Kindschaftsfreibetrag (derzeit also 800.000 Euro) gewährt wird. Es wird der Steuersatz für die Besteuerung zugrunde gelegt, der für die Hälfte des zu versteuernden Vermögens in der Erbschaftsteuerklasse I gelten würde.

 

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Ehefrau erbt 3/4 bei deutsch-iranischer Ehe

Deutsche Ehefrau erbt 3/4 bei deutsch-iranischer Ehe. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Deutsche Ehefrau erbt 3/4 bei deutsch-iranischer Ehe Frage: Ich bin Deutsche und war mit einem Iraner verheiratet. Mein Mann ist 2010 verstorben. Wir hatten keine Kinder. Mein Mann war 1967 nach Deutschland gekommen. wir haben 1978 geheiratet. Der Nachlass meines Mannes besteht aus in…

Können Ehegatten ein Berliner Testament selber schreiben?

Können Ehegatten ein Berliner Testament selber schreiben? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Können Ehegatten ein Berliner Testament selber schreiben? Ja, sie können es selber machen und brauchen nicht zum Notar. Eine der Ehegatten schreibt und unterschreibt dann eigenhändig das ganze Testament, und zwar auch sowie es Verfügungen des anderen Ehegatten enthält. Es ist dringend zu…

Testamentsgestaltung: Was darf in ein Testament?

  Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby   Testamentsgestaltung ist die die inhaltliche Gestaltung der Verfügung von Todes wegen durch den Erblasser. Der Erblasser ist bei der Ausgestaltung seines Testaments weitgehend frei. Aufgrund seiner Testierfreiheit kann er ohne jeden Grund in beliebiger Weise von der gesetzlichen Erbfolgeordnung abweichen. Ihm steht ar das Recht zu, seine nächsten Angehörigen…

Menü