Tabelle zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

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Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer. Erklärt von Rechtsanwalt Ruby

Seit 1. Januar 2009 gilt das „neue“ Erbschaftsteuergesetz mit seinen Freibeträgen. Die „neuen“ Steuersätze gelten erst ab 1.1.2010 gelten. In der Zeit von 1.1.2009 bis 31.12.2009 wies die Steuerklasse II die gleichen Steuersätze wie die Steuerklasse III auf.

1. Die Erbschaftsteuer-Freibeträge richten sich nach dem Verhältnis vom Erwerber zum Erblasser

Die Höhe des jeweiligen Freibetrages hängt von der Verwandtschaftsbeziehung der Beteiligten ab:

500.000 EUR sind für den Ehepartner und den eingetragenen Lebenspartner (Homo-Ehe) beim Erben oder Schenken steuerfrei
400.000 EUR sind für Kinder und Stiefkinder steuerfrei
400.000 EUR sind für Enkelkinder ausnahmsweise dann steuerfrei, wenn der die Verwandtschaft vermittelnde Elternteil (also das Kind des Erblassers) bereits verstorben ist
200.000 EUR sind für alle anderen Enkel und Stiefenkel steuerfrei, was der Normalfall ist
100.000 EUR sind für Urenkel steuerfrei
100.000 EUR sind für Eltern und Großeltern allerdings nur im Erbfall steuerfrei, nicht beim Schenken, da sind es nur 20.000 Euro
20.000 EUR sind für Eltern und Großeltern im Schenkungsfall, für Geschwister, Neffen und Nichten, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern und den geschiedenen Ehepartner steuerfrei
20.000 EUR sindfür alle übrigen Erwerber, also z.B. Freunde oder nichteheliche Lebensgefährten steuerfrei

Nur der diesen Freibetrag jeweils übersteigende Wert ist zu versteuern.

2. Die Steuerklassen und der Tarif für die Erbschaftsteuer

Soweit keine Steuerbefreiungen wirken, wenn also insbesondere die Freibeträge überstiegen sind, greifen Steuersätze, die sich nach den Steuerklassen richten:

Steuerklasse I

  • Ehegatte und eingetragene Lebenspartner
  • Kinder und Stiefkinder
  • Abkömmlinge der Kinder und Stiefkinder (also Enkel, Urenkel etc.)
  • Eltern und Voreltern (Großeltern, Urgroßeltern etc.), jedoch nur im Erbfall (ansonsten Steuerklasse II)

Steuerklasse II

  • Geschwister
  • Nichten und Neffen
  • Eltern und Voreltern im Fall der Schenkung
  • Stiefeltern
  • Schwiegersöhne und Schwiegertöchter
  • Schwiegereltern
  • geschiedene Ehegatten

Steuerklasse III

  • alle übrigen Erwerber (auch der nichteheliche Lebensgefährte)

Abhängig von der jeweiligen Steuerklasse ergibt sich somit folgende Besteuerung:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs
bis einschließlich (EURO)

Steuerklasse I
%

Steuerklasse II
%

Steuerklasse III
%

75.000

7

15

30

300.000

11

20

30

600.000

15

25

30

6.000.000

19

30

30

13.000.000

23

35

50

26.000.000

27

40

50

über 26.000.000

30

43

50

3. Beispiel Erbschaftsteuer

Die Tochter hat vom Vater im Jahr 2011 200.000 EUR geschenkt bekommen. 2013 stirbt der Vater, die Tochter ist Alleinerbin. Sie erbt von ihrem Vater das Haus, in dem der Vater gelebt hat  (Wert:  300.000 EUR) und daneben Bankguthaben von 400.000 EUR.

Zieht die Tochter unverzüglich nach dem Tod des Vaters in dessen Haus ein, und bleibt sie darin 10 Jahre wohnen, bleibt dieses Haus steuerfrei. Sie hat also nur den restlichen Erwerb zu versteuern. Da die Schenkung innerhalb der 10-Jahres-Frist vor dem Tod des Vaters erfolgte, sind beide Erwerbe zu addieren. Neben dem ererbten Barvermögen von 400.000 EUR sind also die weiteren geschenkten 200.000 EUR zu berücksichtigen. Aufgrund ihres Freibetrages von 400.000 EUR hat sie deshalb 200.000 EUR zu versteuern.

Als Tochter fällt sie in Steuerklasse I, so dass sie auf die 200.000 EUR 11 % Steuern, also 22.000 EUR, zu zahlen hat.

Zieht die Tochter dagegen nicht in das Haus ein, muss sie auch dessen Wert versteuern, insgesamt also 500.000 EUR. Hierfür fallen 15 % Steuern an, so dass sie 75.000 EUR zu zahlen hat.

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