Testament: Unterschied zwischen einer Bedingung und einer Auflage

  1. Startseite
  2. A
  3. Testament: Unterschied zwischen einer Bedingung und einer Auflage

Testament: Unterschied zwischen einer Bedingung und einer Auflage. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Was ist der Unterschied zwischen einer Bedingung und einer Auflage?

Die Bedingung ist ein zukünftiges, ungewisses Ereignis. Ein Vermächtnis, das  der Bedachte nur unter einer Bedingung erhält, entsteht erst („fällt erst an“, wie der Jurist sagt), wenn die Bedingung eintritt. Das Vermächtnis ist in seiner Wirksamkeit durch den Eintritt der Bedingung aufgeschoben.

Bei einer Auflage ist das anders. Eine Auflage ist eine Nebenbestimmung, die einer Schenkung, einer Erbeinsetzung oder einem Vermächtnis beigefügt wird. Die Auflage bestimmt, dass der Erwerber das Empfangene in einer bestimmten Weise verwenden soll.

Beispiel: „Mein Erbe soll die nächsten zehn Jahre jährlich zehn Prozent der Einnahmen aus dem vererbten Mietshaus in der Weiherstraße der katholischen Kirchengemeinde St. Fidelis zukommen lassen.“


Ein Tipp von RA Ruby

Bei der Auflage ist die Rechtswirkung der Erbeinsetzung oder des Vermächtnisses nicht von der Erfüllung der Auflage abhängig. Der Empfänger erwirbt die Erbschaft oder das Vermächtnis sofort mit dem Erbfall. Bei der Bedingung ist das anders. Hier muss erst die Bedingung eintreten, damit der Empfänger überhaupt erst Erbe oder Vermächtnisnehmer werden kann. Die Vollziehung der Auflage kann im übrigen von bestimmten Personen, den sog. Vollziehungsberechtigten, durch Klage erzwungen werden.

Ein berühmter Rechtsgelehrter (Savigny) hat den Unterschied zwischen Bedingung und Auflage so ausgedrückt:

„Die Bedingung suspendiert, zwingt aber nicht; die Auflage zwingt, suspendiert aber nicht.“

„Suspendieren“ meint dabei „die Rechtswirkung aufschieben“.

 Erbrechtskanzlei RUBY –  Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland –  Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1 Stunde in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Keine Eröffnung des Erbvertrags gegenüber Schlusserben

Keine Eröffnung des Erbvertrags gegenüber Schlusserben. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Keine Eröffnung des Erbvertrags gegenüber Schlusserben Das Nachlassgericht darf einen Erbvertrag an die darin berufenen Schlusserben nicht eröffnen, wenn der überlebende Vertragserbe die Befugnis hatte, die Schlusserbeneinsetzung aufzuheben, abzuändern und andere Erben einzusetzen. OLG Zweibrücken v. 27.04.2010 4 W 37/10 NJW-Spezial 2010, 647 ZEV 2010,…

Prüfungskatalog für die Unternehmensnachfolge

Prüfungskatalog für die Unternehmensnachfolge. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby Prüfungskatalog für die Unternehmensnachfolge Zu Lebzeiten des Unternehmers sollte immer ein Generalvollmacht mit Bankvollmacht für den vorgesehenen Nachfolger, zumindest für den Ehegatten vorhanden sein, damit die Geschäfte weiterlaufen können, wenn der Unternehmer z.B. einen Schlaganfall erleidet Bei einer Übergabe den Bilanzstichtag nehmen (31.12.), um die Kosten einer Zwischenbilanz…

Pflegetestament ist gefährlich

  Brandgefährlich Es ist der Wunsch vieler Erblasser, dass derjenige alles erben soll, der ihn zuletzt „begleitet und gepflegt hat“. Solche Testamente sind brandgefährlich, wie das OLG Köln festgestellt hat. Das Testament Ein Ehepaar hatte ein Testament errichtet, in dem beide verfügten dass „nach dem Tod des zuletzt verstorbenen Ehegatten derjenige Alleinerbe sein sollte, der…

Menü
Die mobile Version verlassen