Testierfähigkeit: Der Hausarzt als Beweismittel und die ärztliche Schweigepflicht

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Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Der Hausarzt verfügt nicht über die Sachkunde, um die Testierfähigkeit zu bejahen oder zu verneinen. Dafür ist ein nervenärztliches oder psychiatriches Sachverständigengutachten erforderlich.

Allerdings ist der Hausarzt ein wichtiges Beweismittel, da er ja als Fachmann mit dem Erblasser Kontakt hatte. Er ist deshalb „sachverständiger Zeuge“. Der Aussage des Hausarztes kommt somit eine besondere Bedeutung zu.

Allerdings unterliegt der Hausarzt der ärztlichen Schweigepflicht, die mit dem Tode seines Patienten nicht endet. Hat sich der Erblasser – wie regelmäßig – nicht dazu geäußert, ob der Hausarzt nach seinem Tod von der Schweigpflicht entbunden sein soll oder nicht, wird auf den vermuteten Willen des Erblassers abgestellt. Dieser „mutmaßliche Wille“ wird nach der Rechtsprechung dahin gehen, dass der Erblasser es gewünscht hätte, dass bestehende Zweifel an seiner Testierfähigkeit geklärt werden. Damit ist der Hausarzt von der Schweigepflicht entbunden.

 

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